Politik

Vorschlag aus Sachsen-Anhalt Bundeswehr soll Flüchtlinge versorgen

Länder und Kommunen sind mit dem Flüchtlingsansturm überfordert. Das ist auch in Sachsen-Anhalt so. Dort hat der Innenminister eine Idee, wie die Not auf einfache Weise gelindert werden könnte.

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat angeregt, über Bundeswehr-Unterstützung bei der Versorgung von Asylbewerbern nachzudenken. Die Bundeswehr verfüge mit Zelten und Sanitätern bis hin zu Versorgungszügen über alle nötigen Hilfsmöglichkeiten, sagte der CDU-Politiker.

Der Minister sah sich dort den Aufbau einer provisorischen Zeltstadt in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (Zast) an. Sie soll Schlaf- und Versorgungsplätze für zusätzlich 600 Flüchtlinge liefern. Wegen des steigenden Zustroms von Neuankömmlingen reichen die bisherigen 1000 Plätze der Zast nicht mehr aus.

Die Zeltstadt werde hauptsächlich von Ehrenamtlichen errichtet und betreut, sagte Stahlknecht. "Es gibt derzeit eine internationale Krise, die zu völkerwanderungsähnlichen Zuständen führt." Bereits jetzt habe er Probleme gehabt, für das Provisorium Zelte oder Duschen zu kaufen.

Gewaltwelle reißt nicht ab

Bei weiter steigenden Flüchtlingsströmen werde sich das Problem verschärfen, warnte der Minister. "Daher halte ich die bisherige Beschränkung von Bundeswehreinsätzen auf das Ausland und einen Katastrophenfall für diskussionswürdig", so der Minister.

In Thüringen und Sachsen war es am Vortag zu gewaltsamen Übergriffen im Zusammenhang mit Flüchtlingsunterkünften. Vier syrische Asylbewerber wurden bei einem Angriff in der thüringischen Stadt Greiz verletzt. Die Flüchtlinge sprachen laut Polizei am späten Freitagabend eine Gruppe junger Männer an, die daraufhin unerwartet auf die Syrer einschlugen und sie traten.

Nach Ausschreitungen in Dresden verstärkte die Polizei dort den Schutz für eine Flüchtlings-Zeltstadt. Zusätzliche Beamte seien in den Bereich der Notunterkunft abkommandiert worden, die Polizei sei dort rund um die Uhr im Einsatz, teilte ein Sprecher mit.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa

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