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Rekord bei erneuerbaren Energien CO2-Ausstoß bei Stromproduktion sinkt

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Auch weil dieses Jahr der Wind so stark wehte, kletterte der Anteil der Erneuerbaren auf 44 Prozent.

(Foto: imago images / Jürgen Ritter)

Im ersten Halbjahr 2019 ist der Anteil erneuerbarer Energien beim Stromverbrauch so groß wie nie. Das macht sich beim Ausstoß der Treibhausgase sofort bemerkbar. Doch Deutschlands Klimabilanz wird das nur wenig helfen.

Der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase ist bei der Stromerzeugung im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Von Januar bis Ende Juni wurde rund 15 Prozent weniger CO2 emittiert als im Vorjahreszeitraum, wie der Energiewirtschaftsverband BDEW mitteilte. Nach ersten Berechnungen sanken die CO2-Emissionen demnach von 136 Millionen Tonnen auf voraussichtlich 116 Millionen Tonnen.

Der Verband führte diese Entwicklung auf verschiedene Faktoren zurück: Auf die milde Witterung, den gestiegenen CO2-Preis im Emissionshandel, sowie auf einen Rekord bei den erneuerbaren Energien. Der Ökostromanteil in Deutschland war im ersten Halbjahr 2019 auf ein Rekordhoch geklettert.

Vor allem das windige Wetter führte dazu, dass die erneuerbaren Energien 44 Prozent des Stromverbrauchs deckten. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 39 Prozent gwesen. BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte, der Rückgang der CO2-Emissionen zeige erneut, dass die Energiewirtschaft massive Anstrengungen unternehme und Klimaziele erreiche. "Jetzt müssen auch der Verkehrs- und der Wärmesektor ihr Pflichtenheft für den Klimaschutz endlich erfüllen. Daher brauchen wir in diesen Sektoren eine wirksame CO2-Bepreisung", forderte Kapferer.

"Wirtschaftsweisen" begutachten CO2-Bepreisung

Im 2018 vorgelegten Klimaschutzbericht war bereits davon ausgegangen worden, dass höhere Emissionen in den Bereichen Verkehr und Gebäude die Einsparungen im Energiesektor zunichte machen würden. Deshalb wird Deutschland seine Klimaschutzziele für 2020 höchstwahrscheinlich weit verfehlen.

Die Bundesregierung will im September über Maßnahmen für mehr Klimaschutz entscheiden, um mittelfristige Klimaziele zu erreichen. Umstritten ist vor allem eine mögliche CO2-Bepreisung. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze will eine CO2-Steuer. Diese würde fossile Brennstoffe - also Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas - teurer machen. Schulze will zugleich einen sozialen Ausgleich.

Weite Teile der Union sind gegen eine CO2-Steuer. Ende der kommenden Woche legen die "Wirtschaftsweisen" ein Gutachten zur Bepreisung des Klimatreibers im Auftrag der Regierung vor. Diese will sich damit bei der nächsten Sitzung des Klimakabinetts befassen, die voraussichtlich am 18. Juli stattfindet.

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Quelle: n-tv.de, lwe/dpa

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