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"Zehn Jahre reichen" CSU nominiert Seehofer-Nachfolger

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Bundesinnenminister Seehofer bleibt nur noch bis Mitte Januar CSU-Chef.

(Foto: picture alliance/dpa)

CSU-Chef Seehofer macht sich für den Abschied von der Parteispitze bereit. "Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende", sagt der 69-Jährige. Sein Nachfolger, der im Januar gewählt wird, steht schon so gut wie fest.

Der CSU-Vorstand hat Markus Söder wie erwartet einstimmig als Nachfolger von Horst Seehofer für den Posten des Parteichefs nominiert. Das berichteten Teilnehmer der nicht öffentlichen Sitzung in München. Vor knapp vier Wochen hatte Söder erklärt, sich auf dem Sonderparteitag der CSU am 19. Januar als Parteichef zur Wahl stellen zu wollen.

Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht, aussichtsreiche Konkurrenten sind ohnehin keine in Sicht. "Ich werde auf diesem Sonderparteitag den Weg freimachen. Und dann besteht ja kein Zweifel, dass Markus Söder mir auch im Parteivorsitz nachfolgt. Das ist ein erster, wichtiger Schritt zu einer Erneuerung", sagte Seehofer vor Beginn der Vorstandssitzung. Dem Vernehmen nach ist es die letzte Sitzung des CSU-Vorstandes vor dem Parteitag.

Der 69-Jährige hat sich nach eigenen Worten mit seinem bevorstehenden Abtritt abgefunden. "Ich bin jetzt über zehn Jahre im Amt - das ist auch genug, das reicht auch", sagte Seehofer. "Auch die schönste Zeit geht einmal zu Ende." Seehofer war von der Parteispitze nach den Stimmverlusten der CSU bei der bayerischen Landtagswahl zum Rückzug gedrängt worden. Viele führende Christsoziale machten den Bundesinnenminister für das Wahlergebnis verantwortlich, nicht den bayerischen Ministerpräsidenten Söder.

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Auf dem CSU-Parteitag wird auch die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ein Grußwort sprechen, wie Seehofer sagte. CDU und CSU hoffen darauf, dass sich das Verhältnis der Schwesterparteien wieder normalisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel war wegen des Streits der beiden Parteien über die Flüchtlingspolitik nicht mehr auf den vergangenen CSU-Parteitagen.

Seehofer schwärmt über Kramp-Karrenbauer

"Ich glaube, dass wir mit Annegret Kramp-Karrenbauer sehr, sehr gut zusammenarbeiten werden", sagte Seehofer. "Sie ist von ihrer Persönlichkeitsstruktur bestens geeignet, um mit der CSU gut zusammenzuarbeiten. Auch die ersten Tage haben dies schon gezeigt. Sie geht sehr stark auf uns zu, sucht sehr stark das Gespräch - wie umgekehrt auch." Und als ehemalige Ministerpräsidentin habe Kramp-Karrenbauer auch "eine hinreichende Erfahrung im Föderalismus, der ja für die CSU besonders wichtig ist".

Kramp-Karrenbauer war am 7. Dezember zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt worden. Seehofer setzt fest darauf, dass sie die CDU in ihrer ganzen Breite repräsentieren wird. "Das ist die Aufgabe eines Parteivorsitzenden, jedenfalls der Volksparteien CDU und CSU, dass man alle Strömungen, alle Richtungen einer Partei versucht in dieser großen Familie zu versammeln. Und das wird auch gelingen."

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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