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Vor UN-Versammlung in New York Chamenei: Iran will USA nicht direkt treffen

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Das geistliche und politische Oberhaupt des Irans, Ajatollah Chamenei, will keine direkten Gespräche mit den USA.

(Foto: REUTERS)

Immer wieder spekulieren Medien über ein Treffen des iranischen Präsidenten Ruhani mit US-Präsident Trump am Rande der kommenden UN-Vollversammlung. Nun bereitet das geistliche und politische Oberhaupt des Irans, Ajatollah Chamenei, dem Gerede ein Ende - und lässt doch eine Hintertür offen.

Der Iran hat abermals direkte Einzelgespräche mit den USA kategorisch abgelehnt. "Offizielle Vertreter des Iran werden niemals mit amerikanischen Vertretern reden, auf keiner Ebene", sagte das geistliche und politische Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens. Sollten die USA jedoch zum internationalen Atomabkommen von 2015 zurückkehren, könnten sie sich "multilateralen Gesprächen zwischen dem Iran und den anderen Vertragsparteien anschließen".

Der iranische Präsident Hassan Ruhani will nächste Woche an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen. Seit Wochen wird spekuliert, dass es am Rande der Veranstaltung auch zu Gesprächen Ruhanis mit US-Präsident Donald Trump kommen könnte. Angefeuert wurden diese Spekulationen auch von Äußerungen Trumps, er wisse, dass der Iran ein Treffen wolle.

Ruhani hat wie auch der Ajatollah ein bilaterales Treffen mit Trump abgelehnt, nicht aber eine Unterredung mit ihm in Anwesenheit der anderen fünf Vertragspartner China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland. Bedingung sei jedoch eine Aufhebung der US-Sanktionen, die den Iran in den vergangenen Monaten in eine akute Wirtschaftskrise gestürzt haben.

Zusätzliche Spannungen durch Drohnenangriffe

Hintergrund dieser Auseinandersetzungen ist der Konflikt um das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem Abkommen ausgestiegen, um den Iran mit maximalem Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Nahostpolitik zu zwingen. Der Iran reagierte darauf zuletzt mit einem Wiederhochfahren der im Vertrag begrenzten Urananreicherung. Zudem droht Teheran mit einer Behinderung des wichtigen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus im Persischen Golf.

Trump hat ein Treffen mit Irans Präsident Hassan Ruhani auf der anstehenden UN-Vollversammlung nicht ausgeschlossen. Seit Beginn seiner Präsidentschaft verfolgt er einen harten Kurs gegen den Iran. Vergangenes Jahr kündigte er das Atomabkommen, das unter anderem auch von Deutschland unterzeichnet wurde, einseitig auf und führte schrittweise wieder Sanktionen gegen den Iran ein.

Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind aktuell zusätzlich wegen der Drohnenangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien angespannt. US-Außenminister Mike Pompeo hatte dem Iran am Wochenende die Verantwortung für Angriffe auf Öl-Anlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco zugewiesen. Zu den Attacken auf die Öl-Anlagen bekannten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen. Der iranische Präsident Hassan Ruhani rechtfertigte die Angriffe am Montag bei einem Besuch in Ankara als "Selbstverteidigung" der Huthis gegen Bombenangriffe.

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Quelle: n-tv.de, lwe/rts

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