Politik

Anschläge in der Türkei Chronologie der letzten zwölf Monate

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Anschlag von Gaziantep reiht sich ein in eine dichte Abfolge von Attentaten, die in der Türkei innerhalb von zwölf Monaten verübt wurden. Als Hauptverantwortliche werden dabei der sogenannte Islamischer Staat (IS) sowie die verbotene PKK und mögliche Ableger ausgemacht. Eine Chronologie.

20. Juli 2016 - Bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft im kurdisch geprägten Südosten der Türkei werden mindestens 50 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan brandmarkt den IS als "wahrscheinlichen Urheber" des blutigen Selbstmordanschlags in Gaziantep, zu dem sich zunächst niemand bekennt.

18. Juli 2016 - Bei einer Anschlagserie auf türkische Sicherheitskräfte im Südosten und Osten des Landes werden insgesamt 14 Menschen getötet und rund 300 weitere verletzt. Zu einem der Attentate bekennt sich die PKK.

28. Juni 2016 - Bei einem dreifachen Selbstmordattentat auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen werden mindestens 47 Menschen, darunter mindestens 13 Ausländer, getötet und mehr als 200 Menschen verletzt. Die Regierung in Ankara macht den IS verantwortlich, der sich jedoch nicht zu dem Angriff bekennt.

8. Juni 2016 - Die Explosion einer Autobombe tötet sechs Menschen vor einem Polizeirevier in Midyat in der Südost-Türkei. Zu der Tat bekennt sich die PKK.

7. Juni 2016 - Durch einen Bombenanschlag werden in der Altstadt von Istanbul elf Menschen getötet, darunter sieben Polizisten. Zu dem Anschlag bekennen sich die Freiheitsfalken Kurdistans (TAD), nach Einschätzung der Behörden eine Untergruppe der PKK.

18. Mai 2016 - Vier Soldaten werden im südöstlichen Kurdengebiet der Türkei durch einen Bombenanschlag getötet. Die Armeeführung macht die PKK dafür verantwortlich.

19. März 2016 - Auf einer beliebten Einkaufsstraße im Zentrum von Istanbul reißt ein Selbstmordattentäter vier ausländische Touristen - drei Israelis und einen Iraner - mit in den Tod. Die Behörden vermuten einen IS-Kämpfer hinter der Tat.

13. März 2016 - Mindestens 34 Menschen werden bei der Explosion einer Autobombe im Zentrum von Ankara getötet, Dutzende verletzt. Die TAK übernimmt die Verantwortung.

17. Februar 2016 - Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf einen Militärkonvoi in Ankara werden 28 Menschen getötet. Auch dazu bekennen sich die Freiheitsfalken Kurdistans.

14. Januar 2016 - Sechs Menschen werden getötet, als ein mit Sprengstoff präpariertes Auto vor dem Polizeikommissariat in Cina, 30 Kilometer von Diyarbakir entfernt, in die Luft fliegt. Die PKK bezichtigt sich des Attentats und erklärt ihr Bedauern über den Tod von Zivilisten.

12. Januar 2016 - Bei einem Selbstmordanschlag in der Altstadt von Istanbul werden zwölf Deutsche getötet. Die Behörden schreiben das in der Nähe von Tourismusattraktionen verübte Attentat dem IS zu.

10. Oktober 2015 - Während einer prokurdischen Friedenskundgebung vor dem Hauptbahnhof in Ankara sprengen sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Sie reißen 103 Menschen mit sich in den Tod. Es gibt mehr als 500 Verletzte. Die Regierung bezeichnet die IS-Miliz als Hauptverdächtigen.

20. Juli 2015 - 34 Menschen werden bei einem gegen junge Kurden gerichteten Anschlag in Suruç an der Grenze zu Syrien getötet. Die türkischen Behörden machen den IS dafür verantwortlich.

Quelle: ntv.de, apo/AFP