Politik

Liveticker zum Terror in Europa +++ Das geschah am Freitag, 20.11.2015 +++

+++ 23:32 Zwei Pariser Selbstmordattentäter als Flüchtlinge eingereist +++
Zwei der Selbstmordattentäter von Paris sind nach Angaben der französischen Staatsanwaltschaft gemeinsam als Flüchtlinge über Griechenland in die Europäische Union gereist. Dies gehe aus einem Abgleich der Fingerabdrücke der beiden Leichen hervor, teilt die Justizbehörde mit. Die Fingerabdrücke beider Männer seien am 3. Oktober bei der Ankunft in Griechenland registriert worden. Dabei handele es sich um zwei der drei Attentäter, die sich vor dem "Stade de France" in die Luft gesprengt hätten.

+++ 22:41 Airbus evakuiert Fabrik wegen "verdächtigen Werkzeugs" +++
Drei mit Elektrokabeln verbundene Zylinder haben zur Evakuierung einer Fabrik des europäischen Flugzeugbauers Airbus in Südfrankreich geführt. Nach einer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich bei der als Sprengsatz verdächtigten Apparatur um eine harmlose Konstruktion eines Airbus-Zulieferers handelte. Zwei Stunden nach der Räumung wurde der Alarm in der Fabrik in Colomiers bei Toulouse wieder aufgehoben. Bei der verdächtigen Apparatur handelte es sich um "eine Art Werkzeug", um die Temperatur von Getränkedosen für die Befüllung von Kühlschränken in Langstreckenflugzeugen zu messen. Dass die Fabrik sicherheitshalber geräumt wurde, begründete Airbus mit der "aktuellen Lage" nach den Anschlägen von Paris.

+++ 22:16 Totgeglaubter Islamist hat wohl Mali-Anschlag organisiert +++
Urheber des Terrorangriffs auf ein Luxushotel in Mali soll nach Erkenntnissen der französischen Regierung der vor Monaten für tot erklärte Islamist Mokhtar Belmokhtar gewesen sein. Dieser habe die blutig beendete Geiselnahme in der malischen Hauptstadt Bamako sehr wahrscheinlich organisiert, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Im Juni hatte die libysche Regierung mitgeteilt, dass Belmokhtar bei einem gezielten US-Luftangriff im Osten Libyens getötet worden sei - was vom Terrornetzwerk Al-Kaida später bestritten wurde.

+++ 21:44 Drahtzieher war aktiv an Pariser Anschlägen beteiligt +++
Der als Drahtzieher der Anschläge von Paris geltende Islamist Abdelhamid Abaaoud war offenbar direkt an der Angriffsserie beteiligt. Auf einer Kalaschnikow, die sich in einem schwarzen Seat befand, wurden Spuren des 28-jährigen Belgiers gefunden. Damit verdichten sich die Hinweise, dass Abaaoud bei der Anschlagsserie einer der Angreifer auf eine Reihe von Bars und Restaurants war. Bereits klar war, dass Abaaoud am Anschlagsabend im Großraum Paris war.

+++ 20:51 Hasna Aitboulahcen sprengte sich nicht in die Luft +++
Hasna Aitboulahcen, die Cousine des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, wurde bei der Erstürmung einer Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis am Mittwoch getötet. Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass Aitboulahcen eine Sprengstoffweste zündete. Inzwischen ist jedoch klar:  in der Wohnung sprengte sich ein Mann in die Luft. Die Ermittler hatten die stark verstümmelte Leiche erst nicht genau zuordnen können und hielten sie zunächst für eine junge Frau.


+++ 20:35 Mindestens 22 Tote bei Geiselnahme in Mali +++
Bei einer Geiselnahme mutmaßlicher islamistischer Attentäter sind in einem Luxushotel in der malischen Hauptstadt Bamako mindestens 22 Menschen getötet worden. Das teilten malische Sicherheitskräfte nach dem neunstündigen Einsatz zur Rettung der rund 170 Geiseln aus dem Hotel Radisson Blu mit. Nach Angaben des malischen Militärs wurden zwei Angreifer getötet.

+++ 20:23 EU geht härter gegen anonyme Geldtransfers vor +++
Die Europäische Union will anonyme Zahlungsarten wie Prepaid-Karten, Geldtransfers und Bitcoins stärker kontrollieren, um die Finanzierung von Anschlägen und Extremistenorganisationen zu erschweren. Darauf verständigten sich die Innen- und Justizminister der Gemeinschaft bei ihrem Krisentreffen in Brüssel. Sie forderten die EU-Kommission auf, Vorschläge vorzulegen, wie diese Zahlungsarten besser kontrolliert werden können. Konkret geht es um Zahlungen, die nicht über Banken abgewickelt werden, sondern über Anbieter internationaler Geldtransfers, Kuriere, virtuelle Währungen, Gold- oder Edelmetallgeschäfte und Prepaid-Karten.

+++ 19:52 Weiterer Attentäter vom Stade de France identifiziert +++
Eine Woche nach den Terroranschlägen von Paris ist ein weiterer Attentäter identifiziert: Die Fingerabdrücke des Terroristen, der sich am Eingang H des Fußball-Stadions Stade de France um 21.30 Uhr in die Luft gesprengt hatte, entsprechen denen eines Mannes, der am 3. Oktober in Griechenland erfasst wurde, wie die Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte. Bei dieser Kontrolle in Griechenland sei auch ein zweiter Attentäter registriert worden, der sich um 21.20 Uhr am Eingang D des Stadions mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht hatte.

+++ 19:43 Vier Deutsche haben Geiselnahme überlebt +++
Vier Deutsche haben nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier die bewaffnete Geiselnahme in einem Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako überlebt. "Nach allem, was wir wissen, sind keine deutschen Staatsangehörigen zu Schaden gekommen", erklärte Steinmeier am Freitag. "Vier Deutsche haben das Hotel im Laufe des Tages unversehrt verlassen können." Zuvor hatte es geheißen, dass sich zwei Deutsche in Sicherheit bringen konnten.

In unserem Artikel dazu halten wir sie ausführlicher auf dem Laufenden.

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(Foto: dpa)

+++ 19:24 Senat billigt Verlängerung des Ausnahmezustands +++
Der Ausnahmezustand in Frankreich wird bis in den Februar hinein verlängert. In dieser Zeit erhalten die Sicherheitsbehörden erweiterte Befugnisse. Der Senat als zweite Kammer des Parlaments stimmte einer entsprechenden Vorlage einstimmig zu. Zuvor hatte am Donnerstag bereits die Nationalversammlung für die dreimonatige Verlängerung des seit dem 14. November geltenden Ausnahmezustands votiert. Dort stimmten 551 Abgeordnete mit Ja, es gab sechs Gegenstimmen und eine Enthaltung.

+++ 19:05 Urteil in Österreich: Fünf Jahre Haft wegen Kampf für den IS +++
Zu fünf Jahren Haft ist in Österreich ein 24-Jähriger wegen seines Kampfes für die Terrormiliz IS verurteilt worden. Das Landgericht St. Pölten sah es als erwiesen an, dass der aus Tschetschenien stammende Angeklagte von Februar bis Mai 2013 aufseiten des IS in Syrien gekämpft hatte. Das Urteil erfolgte wegen des Verbrechens der terroristischen Vereinigung und Beteiligung an einer kriminellen Organisation. Der 24-Jährige, der 2010 nach Österreich gekommen war und Asyl beantragt hatte, bestreitet die Vorwürfe. Er sei zwar religiös, aber er habe eine friedfertige Einstellung und nichts gegen Christen.

+++ 18:40 Ticketverkäufe in Paris brechen ein +++
Nach den Terrorattacken von Paris ist der Verkauf von Konzertkarten in der französischen Hauptstadt eingebrochen. So wurden 80 Prozent weniger Tickets gekauft als zu dieser Jahreszeit üblich, wie der Produzentenverband Prodiss sagte. "Das ist eine Schockwelle", sagte eine Verbandssprecherin. Bei den Angriffen am vergangenen Freitag waren die meisten der bisher 130 Opfer beim Überfall auf den Musikclub "Bataclan" ums leben gekommen.

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(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 18:18 Spielwarenkette nimmt Spielzeugwaffen aus dem Handel +++
Nach den Anschlägen von Paris nimmt die US-Spielwarenkette Toys "R" Us in Frankreich mehrere Spielzeugwaffen aus dem Handel. Die französischen Filialen seien angewiesen worden, 23 Modelle aus den Regalen zu nehmen, die von Sicherheitskräften für echte Waffen gehalten werden könnten, teilte das Unternehmen mit. Die Entscheidung sei angesichts der Anschlagsserie vor einer Woche mit 130 Toten getroffen worden.
 

+++ 17:54 Französische Stadt Sens verhängt Ausgangssperre +++
Die Stadt Sens hat nach den Terrorattacken in Paris für eines ihrer Viertel eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Betroffen ist der als Problemviertel geltende Stadtteil Champs-Plaisants der gut 100 Kilometer südöstlich von Paris liegenden Gemeinde mit etwa 25.000 Einwohnern. Die Präfektur des zuständigen Departments Yonne reagierte damit auf Waffenfunde in der Nacht bei Hausdurchsuchungen in der Region. Die Ausgangssperre für alle Bewohner des Viertels gilt für die Nächte bis kommenden Montag jeweils von 22 Uhr bis 6 Uhr. Grundlage ist der in Frankreich verhängte Ausnahmezustand, der bis Februar gelten soll.

++ 17:39 Islamische Prediger vergleichen Terroristen mit Kreuzrittern +++
Islamische Prediger in der Türkei und in türkischen Moscheen im Ausland haben islamistische Terroristen beim Freitagsgebet mit Kreuzrittern verglichen. "Unter dem Deckmantel der Religion nutzen die Mordbanden heute die seit jeher aufgestaute Wut, die verletzte Ehre, die unterdrückten Gefühle und die zerstörten Träume aus", hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu in einer Botschaft der türkischen Religionsbehörde Diyanet, die in den Moscheen verlesen wurde. "Sie gehen den Weg der Kreuzritter." Die im Mittelalter wütenden christlichen Kreuzritter sind unter radikalen Muslimen bis heute verhasst.

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(Foto: REUTERS)

+++ 17:14 Merkel reist nach Paris +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Mittwoch für ein Treffen mit dem französischen Präsidenten François Hollande nach Paris reisen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das Treffen, das zwischen Hollandes Visiten in Washington und Moskau stattfinde, solle dazu dienen, nach der Anschlagsserie von Paris den Kurs im Kampf gegen den IS abzustimmen. In westlichen Sicherheitskreisen gebe es die Sorge, Paris könnte gewillt sein, im Gegenzug für eine Kooperation Moskaus gegen den IS die im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Russland zu lockern.

+++ 16:55 Rom rüstet sich zum "Heiligen Jahr" gegen Terror +++
Mit einer starken Polizeipräsenz und umfangreichen Kontrollen wollen die Behörden in Rom während des in Kürze beginnenden Heiligen Jahres die Sicherheit von Bewohnern und Pilgern garantieren. "Niemand bestreitet, dass unser Land ein mögliches Anschlagziel ist", sagte der römische Präfekt Franco Gabrielli. Man sei aber gerüstet. Unter anderem sollen 2000 zusätzliche Polizisten in Rom eingesetzt werden. Auch in Bussen soll es Kontrollen geben, die Videoüberwachung in der italienischen Hauptstadt wird ausgeweitet. Papst Franziskus hat für die Zeit vom 8. Dezember 2015 bis zum 20. November 2016 ein außerordentliches Heiliges Jahr ausgerufen. Millionen Pilger werden in Rom erwartet.

+++ 16:38 18 Tote: Geiselnahme in Mali offenbar beendet +++
Bei der Geiselnahme in einem Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako sind nach Angaben aus ausländischen Sicherheitskreisen mindestens 18 Menschen getötet worden. 18 Leichen seien aus dem Hotel Radisson Blu geborgen worden. Die Regierung des westafrikanischen Landes teilte mit, die Geiselnehmer hätten nunmehr keine Menschen mehr in ihrer Gewalt.

Unseren ausführlichen Artikel zur Geiselnahme in Bamako finden Sie hier.

+++ 16:30 Banken sollen verdächtige Geldströme melden +++
Im Kampf gegen die Finanzierung von Terroristen sollen große Geldflüsse in Frankreich besser überwacht werden. Dafür sollen verdächtige Geldbewegungen umgehend gemeldet werden, wie Finanzminister Michel Sapin mitteilte. Eine entsprechende Vorgabe richtet sich an Banken, Wechselstuben, Versicherungen oder Kunst- und Antiquitätenhändler. Betroffen sind alle Geldbewegungen, bei denen bekannt ist oder angenommen werden kann, dass sie zur Finanzierung von Terrorismus dienen könnten.

+++ 16:08 Frankreich schickt Spezialeinheit nach Bamako +++
Nach der Geiselnahme in einem Luxushotel in Mali hat die französische Regierung beschlossen, eine Spezialeinheit der Streitkräfte in die Hauptstadt Bamako zu entsenden. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian teilte mit, Paris folge damit einem Ersuchen der malischen Behörden.

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(Foto: AP)

+++ 15:56 Opferzahl der Pariser Terroranschläge steigt +++
Nach den Terroranschlägen von Paris und Saint-Denis ist die Zahl der Todesopfer von 129 auf 130 gestiegen. Das gab Ministerpräsident Manuel Valls bekannt. Demnach erlag ein Anschlagsopfer in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Gut 350 Menschen wurden bei den Attacken am Freitagabend vergangener Woche teilweise schwer verletzt.

+++ 15:40 Nach Länderspiel-Absage kein Sprengstoff in Hannover entdeckt  +++
Nach der Absage des Fußball-Länderspiels gegen die Niederlande in Hannover ist kein Sprengstoff gefunden worden. Es habe am Dienstag einen entsprechenden Verdacht gegeben, dieser habe sich jedoch nicht bestätigt, hieß es in Sicherheitskreisen. Zu einem Bericht der "Bild"-Zeitung, nach dem ein Mitarbeiter des niedersächsischen Sanitätsdienstes erklärt habe, es sei in einem Rettungswagen am Stadion ein Sprengsatz gefunden worden, hieß es, möglicherweise habe der Sanitäter den Verdacht als Tatsache missverstanden.

+++ 15:18 Mali: Geiselnehmer halten noch fast 140 Menschen fest  +++
Nach dem Angriff auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako halten die Geiselnehmer nach Angaben des Konzerns Rezidor noch immer fast 140 Menschen in ihrer Gewalt. 125 Gäste und 13 Hotelangestellte würden noch festgehalten, teilte in London der Konzern mit, der das Hotel Radisson Blu in Bamako betreibt. Malischen Spezialeinheiten war es zuvor nach Angaben der Regierung gelungen, rund 30 Geiseln zu befreien.

+++ 14:54 Kunst am Centre Pompidou: "Freiheit, ich schreibe deinen Namen" +++
Am Centre Pompidou in Paris hängt ab heute ein Plakat mit der berühmten Zeile des Gedichts von Paul Eluard: "Freiheit, ich schreibe deinen Namen". Dazu zeigt das Plakat ein Bild des französischen Künstlers Fernand Léger. Das Gedicht und die Illustration erhielten "jedes Mal neues Leben, wenn unsere Freiheit angegriffen wird", sagt der Präsident des Kulturzentrums Serge Lasfignes. Sie stünden für "die Kraft der Schöpfung und des Geistes angesichts der Brutalität und der Barbarei".

+++ 14:48 Entwarnung in Oslo +++
Der Verdacht einer Bombe in der Konzernzentrale einer Bank in Oslo hat sich nicht bestätigt. Die Mitarbeiter konnten in das Gebäude zurückkehren.

+++ 14:42 Paris mobilisiert noch mehr Soldaten +++
Als Signal für mehr Sicherheit werden im Großraum Paris noch mehr bewaffnete Patrouillen eingesetzt. Weitere 1500 Militärs würden mobilisiert, gibt Polizeipräfekt Michel Cadot in Paris vor Journalisten bekannt. Diese Einheiten sollen die bereits seit Anfang der Woche zusätzlich eingesetzten 1000 Kräfte ergänzen. Bereits vor den jüngsten Anschlägen waren 3900 Militärs zur Sicherung im Raum Paris abgestellt worden. Cadot will vor allem an großen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen, Kaufhäusern oder im öffentlichen Nahverkehr mehr sichtbare Präsenz.

+++ 14:34 Run auf Hemingways Paris-Buch +++
Der Klassiker von Ernest Hemingway "Paris - ein Fest fürs Leben" hat seit den beispiellosen Terroranschlägen in Paris vom 13. November Hochkonjunktur in Frankreich. Bei Amazon gehörte das Buch plötzlich zu den meistverkauften Büchern. Die Vorräte in Pariser Buchhandlungen schrumpfen. Mitauslöser für den Boom war ein TV-Beitrag des Senders BFMTV, in dem eine Dame kämpferisch die Lage nach den Anschlägen reflektierte und das Buch erwähnte. "Es ist sehr wichtig, 'Paris - ein Fest fürs Leben' von Hemingway mehrmals zu lesen, denn wir sind eine sehr alte Zivilisation und wir tragen unsere Werte sehr stolz", sagte die 77-Jährige in dem Interview.

+++ 14:22 Pariser Bilanz nach Terroranschlägen +++
Die Ermittlungen in Frankreich nach den Terroranschlägen von Paris laufen unter Hochdruck weiter. Seit den Attentaten am 13. November gab es 793 Hausdurchsuchungen, wie Innenminister Bernard Cazeneuve mitteilt. 107 Personen wurden vorläufig festgenommen, 90 von ihnen kamen in Polizeigewahrsam. 164 Menschen wurden unter Hausarrest gestellt, außerdem 174 Waffen beschlagnahmt. Insgesamt stellte die Polizei 250.000 Euro sicher.

+++ 14:16 Steinmeier: Zwei Deutsche nach Angriff in Mali frei +++
Bei dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako sind auch zwei Deutsche freigekommen. Dies teilt Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit. Ob sich noch weitere Deutsche in dem Hotel befinden, ist unklar.

+++ 14:01 Marine Le Pen nimmt an Trauerfeierlichkeiten teil +++
Marine le Pen, die Vorsitzende des rechtsextremen Front National (FN), will an der Zeremonie am 27. November zum Gedenken an die Opfer der jüngsten Terrorattacken in Paris und Saint-Denis teilnehmen. Das berichtet AFP. An dem Marsch für die Opfer von Charlie Hebdo und dem Hyper Cacher am 11. Januar hatte sie nicht teilgenommen.

+++ 13:45 Debatten über Grenzkontrollen: EU will Schengener Grenzkodex ändern +++
Die EU-Staaten sind sich offenbar einig: Die Kontrollen an Europas Außengrenzen sollen verschärft werden. Alle Regierungen würden die Forderung mittragen, auch EU-Bürger systematisch eingehenden Kontrollen bei der Ein- und Ausreise an den Grenzen des Schengenraums zu unterziehen, sagen Diplomaten mehrerer Mitgliedstaaten beim Sondertreffen der EU-Innen- und Justizminister in Brüssel. Die Minister forderten die EU-Kommission auf, einen Vorschlag vorzulegen, damit die Bestimmungen im Schengener Grenzkodex entsprechend geändert werden könnten.

+++ 13:08 Moschee in Brest durchsucht +++
Ermittler haben in der französischen Hafenstadt Brest die Moschee eines salafistischen Imams durchsucht. Imam Rachid Abou Houdeyfa war durch provokante Videos in sozialen Netzwerken aufgefallen, von den Terroranschlägen in Paris hatte er sich aber klar distanziert. Die Gruppe der Salafisten gehört zu einer besonders konservativen Strömung des Islam. In einer Erklärung auf der Facebook-Seite des Imams betonte das islamisch-kulturelle Zentrum von Brest (CCIB), die Durchsuchung sei mit Respekt vor der religiösen Stätte erfolgt.

+++ 13:06 Frankreich entsendet Spezialkräfte nach Mali +++
Etwa 50 Polizisten, die im Anti-Terror-Kampf ausgebildet sind, stehen laut Polizeiangaben unmittelbar vor ihrer Abreise nach Bamako. Bei dem Überfall auf das Hotel in Malis Hauptstadt soll es mindestens drei Tote geben. 170 Menschen werden als Geiseln festgehalten.

+++ 12:52 Leiche in Terroristen-Wohnung identifiziert +++
Die tote Frau in der Terroristen-Wohnung in Saint-Denis ist Hasna Ait Boulahcen, wie die Staatsanwaltschaft in Paris mitteilte. Sie sei anhand von Fingerabdrücken identifiziert worden. Ihre Leiche war in der Nacht in der Wohnung gefunden worden. Eine dritte Leiche ist bislang nicht identifiziert. Es ist auch noch unklar, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt.

+++ 12:49 Trauerfeier für Cousine von Diarra +++
Die Trauerfeier für Asta Diakite, Cousine des französischen Fußballspielers Lassana Diarra, ist am Morgen in einer Moschee in Pantin, nordöstlich von Paris, abgehalten worden. Diarra war bei den Attentaten in Paris ums Leben gekommen. Ihre sterblichen Überreste werden nach Mali überführt, wo sie beigesetzt werden soll.

+++ 12:33 Sens verhängt Ausgangssperre +++
Die Polizei von Sens, eine französische Stadt mit gut 25.000 Einwohnern im Département Yonne rund eine Zugstunde von Paris entfernt, hat für das Wochenende eine Ausgangssperre verhängt. Das berichtet France 3 Bourgogne. Es habe in der Nacht mehrere Hausdurchsuchungen gegeben. Dabei seien Waffen und gefälschte Papiere sichergestellt und mehrere Personen in Gewahrsam genommen worden. Die Ausgangssperre gilt bis 6 Uhr am Montagmorgen.

+++ 12:28 Grüne machen Front gegen schärfere Sicherheitsgesetze +++
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist nach den Terroranschlägen für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Die Grünen lehnen das jedoch strikt ab. Auch in der Flüchtlingspolitik wollen sie mit ihrem dreitägigen Bundesparteitag in Halle ein "Kontrastprogramm" zur CSU setzen.

+++ 12:19 Flüchtiger Salah Abdeslam angeblich in Belgien gesichtet +++
Die Großfahndung nach dem mutmaßlichen Terroristen Salah Abdeslam läuft sechs Tage nach den Anschlägen in Paris weiter. Nach mehreren Zeugenberichten soll er in Anderlecht in Belgien gesehen worden sein. Das meldet die Tageszeitung "La Dernière Heure". Die Angaben können jedoch nicht erhärtet werden, wie die belgische Tageszeitung "Le Soir" schreibt. Ein weiterer Zeuge, den die Tageszeitung "La Capitale" zitiert, behauptet, "Salah Dienstagabend in Molenbeek gesehen zu haben". Der Flüchtige hätte ihn treffen wollen, um eine Nachricht an dessen Bruder Mohamed ausrichten zu lassen. Abdeslam scheine seine Handlungen zu bedauern, zitiert das Blatt diesen Zeugen weiter: Er habe gesagt, "dass er zu weit gegangen" sei. Er sei "von den Ereignissen überrumpelt worden".

+++ 11:52 Ob Deutsche unter den Geiseln in Mali sind, ist offen +++
Bewaffnete haben in Malis Hauptstadt Bamako ein Luxushotel angegriffen und 170 Menschen als Geiseln genommen. Die Angreifer schossen beim Betreten des Hotels um sich und riefen "Allahu Akbar" (Gott ist groß). Das Radisson-Blu-Hotel ist bei Ausländern beliebt. Unter den Geiseln befinden sich auch Franzosen. Sechs Mitarbeiter der Fluggesellschaft Turkish Airlines halten sich ebenfalls im Radisson-Blu Hotel auf.

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+++ 11:47 CNN: Vater von Abaaoud nennt Sohn "Psychopath" und "Teufel" +++

Der Vater des mutmaßlichen Drahtziehers Abdelhamid Abaaoud ist erleichtert, dass sein Sohn tot ist. Das ließ der Mann über seine Anwältin dem Fernsehsender CNN mitteilen. Nathalie Goulet erklärte im Fernsehen, als sie ihn über den Tod des Sohnes informiert habe, hätte er gesagt, er sei nicht "froh", aber "erleichtert". Gewusst habe er erstmals 2013, dass sein Sohn radikal geworden sei, sagt sie im Interview. Als er von den Taten seines Sohnes erfuhr, sei es für ihn der Beweis gewesen, dass sein Sohn ein "Psychopath" und ein "Teufel" geworden war.

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+++ 11:22 Schwedische Polizei nimmt Verdächtigen fest +++
Die schwedische Polizei hat am Vorabend einen Mann festgenommen, der einen Terroranschlag geplant haben soll. "Die Festnahme erfolgte in Schweden und ohne Zwischenfälle", sagt ein Sprecher der Sicherheitspolizei Säpo in Stockholm. Nähere Angaben zu dem Mann, der Verbindungen zur Terrormiliz IS haben soll, gab es nicht.

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(Foto: dpa)

+++ 10:55 Leichnam in gestürmter Wohnung in Saint-Denis gefunden +++
In der bei einem Anti-Terror-Einsatz gestürmten Wohnung in Saint-Denis nahe Paris ist ein weiterer, weiblicher Leichnam gefunden worden. Laut Staatsanwaltschaft ist die Identität der Toten noch unklar. Es könnte sich aber um die Cousine des mutmaßlichen Hintermanns der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, handeln. In einer Handtasche wurde ein Ausweis auf ihren Namen gefunden. Damit gab es bei dem Einsatz am Mittwoch demnach nun drei Tote. Unter ihnen war auch der als Drahtzieher der Anschläge von Paris geltende belgische Islamist Abaaoud.

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+++ 10:42 De Maizière gegen eigenen EU-Geheimdienst +++
Innenminister Thomas de Maizière lehnt Vorschläge aus der EU-Kommission ab, einen eigenen europäischen Geheimdienst zu gründen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir bereit sind, dort unsere nationale Souveränität aufzugeben", so de Maizière beim Sondertreffen der EU-Innen- und Justizminister in Brüssel. "Wir sollten uns darauf konzentrieren, dass die bestehenden Institutionen ihre Informationen besser austauschen", ergänzte er. Die Idee eines eigenen Nachrichtendienstes stammt von EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos.

+++ 10:23 Demonstrationsverbot in Pariser Zentrum verlängert +++
Der Pariser Polizeipräfekt Michel Cadot teilt mit, dass das Demonstrationsverbot auf der Île-de-France, im Herzen der französischen Hauptstadt, bis Sonntag, 22.11., um Mitternacht gilt.

+++ 10:10 Rotterdams Bürgermeister in Sicherheit gebracht +++
Der Rotterdamer Bürgermeister Ahmed Aboutaleb ist am späten Vorabend in Sicherheit gebracht worden, nachdem ein verdächtiges Auto aus Belgien hinter seinem Dienstwagen abgestellt worden war. Zudem seien drei Männer vorläufig festgenommen worden, teilt die Polizei mit. Bei der Durchsuchung des Autos in der niederländischen Hafenstadt sei aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Die Polizei nannte keine weiteren Details.

+++ 10:03 Mutmaßliche Dschihadisten stürmen Hotel in Mali +++
Mutmaßliche Dschihadisten haben ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako angegriffen. Aus dem Gebäude im Zentrum der Stadt seien Schüsse zu hören, berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen schossen die Angreifer in der siebten Etage des Hotels Radisson Blu um sich. Sie sollen 170 Geiseln genommen haben.

Im August waren bei einer Geiselnahme und anschließenden Gefechten in einem bei Ausländern beliebten Hotel in der malischen Stadt Sévaré 13 Menschen getötet worden, unter ihnen fünf UN-Mitarbeiter. Zu dem Angriff bekannten sich malische Dschihadisten.

+++ 9:53 Bombenalarm im belgischen Namur +++
Laut "Le Soir" gibt es auf dem Place de la Justice im Zentrum der belgischen Stadt Namur ein großes Polizeiaufgebot. Kurz nach 9 Uhr seien mehrere Polizeifahrzeuge vorgefahren, die die Zufahrt zum Platz blockiert hätten. Laut Staatsanwaltschaft handele es sich um einen Bombenalarm. Namur hat rund 100.000 Einwohner.

+++ 9:43 Frankreichs Innenminister: "EU hat zu viel Zeit verloren +++
Der französische Innenminister, Bernard Cazeneuve, hat Europa aufgerufen, heute die Entscheidungen zu treffen, die im Kampf gegen den Terrorismus notwendig sind. Man habe "zu viel Zeit" nach den Anschlägen von Paris verloren.

+++ 9:32 Strengerer Check von EU-Bürgern an EU-Außengrenzen? +++
AFP liegt der letzte Entwurf für das heutige Sondertreffen der Minister in Brüssel vor. Demnach wollen die EU-Innen- und Justizminister die Kontrollen in Registrierungszentren für Flüchtlinge verschärfen. Die Mitgliedstaaten seien aufgefordert, die sogenannten Hotspots in Hauptankunftsländern wie Griechenland und Italien "mit der einschlägigen Technologie auszustatten", heißt es. Auch EU-Bürger sollen schärfer kontrolliert werden. Ihre Daten sollen ebenfalls mit nationalen oder europäischen Polizeidatenbanken abgeglichen werden. Die EU-Kommission wird aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzesvorschlag zur Änderung des Schengener Grenzkodex vorzulegen. Dieser solle auch "die Überprüfung biometrischer Informationen" vorsehen. Ziel ist es zu verhindern, dass Syrien- und Irak-Kämpfer mit europäischem Pass unerkannt ein- und ausreisen können.

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(Foto: dpa)

+++ 9:27 EU-Parlamentspräsident Schulz malt schwarzes Bild der EU +++

Hier live bei n-tv.de

  • "Es ist nicht zu vermeiden, dass man an einem solchen Tag mit den Ereignissen von Paris beginnt."

  • "Terroristen haben wahllos und heimtückisch 120 bis 130 unschuldiger Menschen abgeschlachtet, in einem Konzertsaal, auf der Straße. Jeden von uns hätte es treffen können.

  • "Das ist die Angst, die Terroristen verbreiten wollen."

Aber, so fährt EU-Parlamentspräsident Martin Schulz fort:

  • "Wenn wir jetzt Islam und Islamismus gleichsetzen, dann hat der IS gewonnen. Dann machen wir aus Opfern Täter."

  • "Wir werden die epochalen Herausforderungen nur bestehen können, wenn wir Europäer zusammenhalten."

  • "Die europäische Erkenntnis fußt ja gerade darauf, dass unsere Interessen eng verbunden sind."

  • "Die Flüchtlingskrise ist eine globale Krise. Einer von 122 Menschen ist heute weltweit auf der Flucht oder Asylbewerber. So eine Herausforderung kann kein einzelnes Land wirklich lösen."

  • "Das 'blame game' ist hinlänglich bekannt."

Viele Länder seien "lange alleine gelassen" worden mit der Flüchtlingsproblematik, so Schulz. "Wir haben es mit einem Problem zu tun, dass man kommen sehen konnte."

Schulz schilt die "Strategie des nationalen Vorteils":

  • "Wenn jeder nur auf seinen eigenen nationalen Vorteil pocht, dann kommt am Ende etwas heraus, was keinem nutzt."

  • "Es stellt sich die Frage nach unserer Glaubwürdigkeit. Es fehlt an Geld, an Strukturen."
     

+++ 8:48 Besitzer von Päckchen im Zug meldet sich +++
Der Besitzer des verdächtigen Pakets, das nach Absage des Fußball-Länderspiels in einem IC in Hannover für Aufregung sorgte, ist identifiziert worden. Es handelt sich nach Angaben eines Bundespolizeisprechers um einen Ingenieur aus dem Ruhrgebiet, der in dem Päckchen Elektrobauteile und Kabel bei sich hatte. Der Mann habe glaubhaft versichert, dass er das Paket im Zug vergessen hatte, als er in Hannover hastig in eine andere Bahn umsteigen musste.

+++ 8:24 Paris-Attentäter Abaaoud auf Métro-Video identifiziert +++
Der Drahtzieher der Pariser Anschläge Abdelhamid Abaaoud wurde laut der französischen Tageszeitung "Le Figaro" auf den Videoüberwachungsbildern der Pariser Métro-Station Chavaux Cross in Montreuil identifiziert. Wie das Blatt berichtet, wurde Abaaoud am 13. November um 22:14 Uhr aufgezeichnet, als er die Métro-Station betrat. Die Station ist 250 Meter von der Stelle entfernt, wo der schwarze Seat gefunden wurde, der mit den Morden in den Pariser Cafés in Verbindung gebracht wird.

+++ 8:17 Gedenkfeier für die Opfer am 27. November +++
Mit einer zentralen Zeremonie will Frankreich der Opfer der jüngsten Terrorattacken in Paris und Saint-Denis gedenken. Zu den Feierlichkeiten am 27. November wird auch Präsident François Hollande erwartet, berichtet der französische Sender Europe 1. Die Veranstaltung soll im Invalidendom von Paris stattfinden.

+++ 7:59 Belgien sucht angeblich Angehörigen der getöteten Terroristin +++
Laut der Zeitung "Gazet van Antwerpen" sucht die belgische Polizei nach einem Familienangehörigen der Cousine des Terrorverdächtigen Abdelhamid Abaaoud. Bei der Cousine könnte es sich um die Frau handeln, die sich am Mittwoch in Saint-Denis nördlich von Paris in die Luft gesprengt hat. Die Polizei befürchte, der gesuchte Mann werde sich rächen. Eine offizielle Bestätigung für die Suche gibt es nicht. Laut Medienberichten sollen zudem einzelne Sicherheitsmaßnahmen verbessert werden. Nach Informationen des öffentlichen Senders VRT sollen demnach die Patrouillen von Polizei und Armee verstärkt werden. Die Warnstufe in Belgien liegt derzeit auf Wert Drei - die Skala hat insgesamt vier Stufen.

+++ 7:32 Republikanischer Präsidentschaftskandidat vergleicht syrische Flüchtlinge mit "tollwütigen Hunden" +++
Ben Carson, aktueller Präsidentschaftskandidat der Republikaner, sorgt mit seiner Wortwahl beim Thema Terrorbekämpfung für Aufsehen: "Wenn ein tollwütiger Hund in Ihrer Nachbarschaft streunt, denken Sie womöglich auch nichts Gutes über den Hund." Man bräuche "Kontrollmechanismen, die uns erlauben, die verrückten Hunde zu erkennen". Seine Kritik richtet sich gegen US-Präsident Barack Obama, der 10.000 syrische Flüchtlinge im Jahr aufnehmen möchte.

+++ 7:10 Umfrage: Bundesbürger für schärfere Sicherheitsmaßnahmen +++
Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger ist laut einer ARD-Umfrage mit den verschärften Sicherheitsmaßnahmen nach den Anschlägen in Paris einverstanden. Insgesamt sind es 91 Prozent der Befragten, die diese Meinung vertreten. Sie kommen aus allen Bevölkerungsgruppen und Parteien. Eine zu starke Beeinträchtigung der Grundrechte befürchteten dagegen nur fünf Prozent.

+++ 6:55 Über 600 Hausdurchsuchungen in Frankreich +++
ARD-Korrespondentin Julia Borutta berichtet von über 600 Hausdurchsuchungen in Frankreich in der vergangenen Woche. Die Polizei nutze den Ausnahmezustand, um "ohne Richterbeschluss viele Wohnungen zu durchsuchen". 157 Menschen seien unter Hausarrest gestellt worden. Viele Menschen würden nach den Anschlägen Cafés, Kinos und Weihnachtsmärkte meiden.

+++ 6:48 Führt eine Spur nach Arnsberg? +++
Der deutsche Generalbundesanwalt ermittelt gegen einen Algerier als möglichen Mitwisser der Anschlagserie von Paris. Er soll ein Papier mit der handschriftlichen Notiz "Ali Baba 13.11. Paris" hinter einem Schrank in seinem Wohnheim in Arnsberg im Sauerland versteckt haben. Gefunden wurde der Zettel einen Tag nach den Anschlägen. Der Mann war der Polizei bereits vor den Anschlägen bekannt. Schon Tage zuvor soll er eine Gewalttat in Paris angekündigt haben. Der 39-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

+++ 6:38 Sondertreffen zur Anti-Terror-Strategie +++
Ab 10 Uhr beraten die EU-Innen- und Justizminister über Europas Anti-Terror-Strategie. Bei der von Frankreich beantragten Zusammenkunft geht es um schärfere Kontrollen an den Außengrenzen des Schengenraums, um ein- oder ausreisende Dschihadkämpfer aufzuspüren, die möglicherweise Anschläge in Europa verüben könnten. Weitere Themen sind das Anti-Terror-Zentrum bei der europäischen Polizeibehörde Europol, das zum 1. Januar die Arbeit aufnehmen soll, sowie die geplante Einführung eines EU-Fluggastdatenregisters.

Auch das russische Parlament berät heute über seinen Anti-Terror-Kampf. Die Abgeordneten der Duma und des Oberhauses, des Föderationsrats, wollen als Reaktion auf die Anschläge in Paris und den Absturz des russischen Passagierflugzeugs über dem Sinai zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erörtern.

+++ 06:20 Wie bekommt man Terror-Angst in den Griff? +++
Die Terrormeldungen der letzten Tage beflügeln bei einigen Menschen übermäßig die Fantasie. Begegnen sie arabisch aussehenden Männern, sind sie sofort misstrauisch. Gegen den Generalverdacht empfiehlt der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner "den Schritt nach vorne". "Nehmen sie neben dem Menschen Platz, den Sie - ohne es zu wollen - des Terrors verdächtigen." Mit der Zeit gehe die Angst zurück. Es helfe, sachliche Informationen zu Flüchtlingen oder Migranten zu suchen. "Oder Sie reißen sich einfach zusammen und erinnern sich an Ihren gesunden Menschenverstand."

+++ 06:14 Terrorexperte vergleicht IS-Guerillakrieg mit  Terror von ETA und IRA +++
Der australische Terrorexperte und Ex-Pentagon-Berater David Kilcullen warnt vor einem Guerillakrieg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Westeuropa. Der IS entwickele sich gerade zu einer "strukturierten Organisation" wie die Untergrundorganisationen IRA in Nordirland oder die ETA in Spanien, sagt Kilcullen AFP. Der IS gehe bei seinen Anschlägen ganz anders vor als das Terrornetzwerk Al-Kaida, so Kilcullen. Al-Kaida baue für seine "Expeditionsanschläge" in einem Land ein Team auf, schmuggele es dann in ein anderes Land, "und alle sterben". Mit konspirativen Wohnungen, Waffenverstecken und untergetauchten Attentätern kämen die Anschläge von Paris "der klassischen Definition von städtischem Guerillakrieg schon viel näher".

+++ 05:37 SPD-Vize lehnt Gesetzesverschärfungen ab +++
SPD-Vize Ralf Stegner erteilt Forderungen nach Konsequenzen für den deutschen Sicherheitsapparat eine klare Absage: "Gesetzesverschärfungen, wie die Union sie fordert, schaffen keine völlige Sicherheit", sagt Stegner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), dem 30 Tageszeitungen angehören.

+++ 05:08 Grüne wollen Zeichen für Weltoffenheit setzen +++
Die Grünen wollen auf ihrem Bundesparteitag in Halle ein Zeichen für den Zusammenhalt Europas und für Weltoffenheit setzen. "Wir lassen uns weder einschüchtern noch hinreißen zu unbesonnenen Reaktionen", sagt Grünen-Chefin Simone Peter vor der am Freitagabend beginnenden Bundesdelegiertenkonferenz. Sie kündigt ein "Kontrastprogramm" zu dem parallel stattfinden Parteitag der CSU an. "Den jüngsten Asylbeschlüssen der Koalition werden wir eine klare Absage erteilen."

+++ 04:38 Französische Bombe wahrscheinlich in Händen des IS +++
Eine bei den Angriffen auf die Islamistenhochburg Rakka nicht explodierte französische Bombe könnte in den Händen des IS sein. Ein Sprecher des französischen Verteidigungsministeriums hält es für sehr wahrscheinlich, dass einer der 60 abgeworfenen Sprengkörper ein Blindgänger sei, der nun von der Dschihadistenmiliz zweckentfremdet werden könnte.

+++ 03:59 Französisches Bildungsministerium verbietet Klassenfahrten +++
Das Bildungsministerium in Paris untersagt aus Sicherheitsgründen sämtliche Schülerausflüge, Exkursionen und auch Schüleraustausch, auch bereits geplante Reisen werden abgesagt. Das Verbot gilt mindestens bis zum geplanten Ende des Ausnahmezustandes Ende Februar.

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(Foto: picture-alliance / dpa)

+++ 03:28 Ansturm auf französische Rekrutierungsseite +++
Die Anschläge in Paris lassen die Zahl der Besucher auf der Rekrutierungs-Website der französischen Streitkräfte sprunghaft hochschnellen. Seit vergangenem Freitag werden täglich 1400 Besucher auf sengager.fr registriert, fast siebenmal so viele, wie üblich. "Die Menschen fragen sich: 'Wie können wir uns nützlich machen?' Wir sehen, wie Werte wie die Flagge und andere Nationalsymbole wieder wichtig werden", sagt ein Mitarbeiter der Rekrutierungsabteilung.

+++ 02:49 Pariser Attentäter in US-Anti-Terror-Datenbank gelistet +++
Mindestens vier der Attentäter von Paris werden nach Angaben von US-Regierungsvertretern in einer Anti-Terror-Datenbank der amerikanischen Behörden geführt. Mindestens einer der Angreifer stehe zudem auf einer "No Fly List" und habe somit in den USA keine Flüge antreten dürfen, sagen mehrere Insider.

+++ 02:01 Clinton kritisiert gemeinschaftliche Terrorabwehr der Europäer +++
Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton kritisiert die Zusammenarbeit bei der Terrorabwehr in Europa mit harschen Worten. "Polizei und Geheimdienste arbeiten grenzüberschreitend nicht eng genug zusammen. Europa ist weit hinterher", sagt Clinton. "Sie informieren sich nicht einmal gegenseitig, wenn sie einen Terrorverdächtigen an der Grenze zurückschicken oder wenn ein Pass gestohlen wird". Die Bewerberin der Demokraten um die Nachfolge von Barack Obama im Amt des US-Präsidenten fordert eindringlich Besserung.

+++ 01:24 Houellebecq nennt Hollande "bedeutungslosen Opportunisten" +++
Michel Houellebecq bezeichnet Frankreichs Staatspräsident François Hollande als "bedeutungslosen Opportunisten", Premierminister Manuel Valls sei ein "Geistesschwacher". In seiner Generalabrechnung im italienischen "Corriere della Sera"lässt der Skandalschriftsteller kein gutes Haar an seiner Regierung, lobt aber die Bevölkerung - wenn auch auf ziemlich krude Weise: Sie leisteten Widerstand, hätten ihr "Vertrauen in die Armee und die Ordnungskräfte stets bewahrt" und mit "Verachtung auf die Predigten der moralischen Linken bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten reagiert". Für sein Land wünscht er sich einen Churchill.

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(Foto: picture alliance / dpa)

+++ 00:53 Übervorsichtige Hotelangestellte löst Großeinsatz aus +++
Ein Polizeieinsatz sorgt in München für Wirbel. Die Angestellte eines Hotels informierte die Polizei, weil ihr eine Gruppe von Gästen, die sich in das Haus eingemietet hatte, verdächtig vorkam. Die Polizei rückte mit einem Spezialeinsatzkommando an und nahm einen Mann und eine Frau vorläufig in Gewahrsam, um sie zu befragen. Den Rest der Gruppe traf die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht im Hotel an. Einen Bericht, wonach der Verdacht auf einen geplanten Terroranschlag bestand, weist die Polizei zurück. "Der Einsatz steht in keinem Zusammenhang mit einem Terroranschlag", betont ein Sprecher. "Wir haben keinerlei Waffen gefunden."

+++ 00:20 Easyjet-Maschine wegen Bombendrohung evakuiert +++
Nach einer Bombendrohung eines Passagiers ist im britischen Manchester ein Flugzeug der Gesellschaft Easyjet evakuiert worden. Nach Polizeiangaben wurden zwei Männer festgenommen. Sämtliche Passagiere wurden erneut einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen, bevor die Maschine nun mit mehrstündiger Verspätung ins marokkanische Marrakesch startet.

Was am Donnerstag geschah, lesen Sie hier

Quelle: ntv.de, rts/dpa/AFP/DJ/sid/mli/ddi/dsi/jve/bdk/fma

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