Politik

Neue Details zum Täter De Maizière: Es zerreißt einem das Herz

Der Amokläufer von München ist den Sicherheitsbehörden gänzlich unbekannt gewesen. Das bestätigt Bundesinnenminister de Maizière. Zugleich gibt der Ressortchef weitere Erkenntnisse zu dem 18-Jährigen bekannt.

Sichtbar erschüttert hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf dem Amoklauf eines 18-Jährigen in München reagiert. "Wenn man sieht, wie viele Kinder und Jugendliche aus wie vielen unterschiedlichen Nationen unter den Opfern sind, zerreißt es einem schier das Herz", sagte der CDU-Politiker in Berlin. Zugleich bestätigte er, dass der Deutsch-Iraner für die Behörden ein unbeschriebenes Blatt war. "Gegen ihn waren bisher keine polizeilichen Ermittlungen bekannt." Deswegen habe es auch keine staatsschutzrelevanten Informationen gegeben. "Und es gibt auch keine Erkenntnisse der Nachrichtendienste über diese Person." De Maizière bestätigte, dass der 18-jährige Deutsch-Iraner nach bisherigen Informationen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" als Einzeltäter gehandelt habe.

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De Maizière rief dazu auf, den "Zusammenhalt der hier lebenden Menschen" immer wieder neu zu begründen. Dazu gehöre, "dass wir auch in Stunden der Gefahr und Trauer zusammenstehen". Trotz der Häufung von erschütternden Taten in jüngster Zeit müsse jede für sich aufgeklärt und für sich bewertet werden. Der Ressortchef rief die Bürger einmal mehr zu "Achtsamkeit und Besonnenheit" auf. Die Behörden täten alles, um die Bevölkerung und das Zusammenleben zu schützen.

Mit Blick auf den Täter führte der Minister aus, dass es bei der Tatwaffe Hinweise gebe, diese sei eine umgebaute Dekowaffe. Zudem hätten die Ermittler bei der Durchsuchung seines Zimmers in der elterlichen Wohnung "etliche Meinungsaustausche in sozialen Netzwerken" gefunden. Erst nach deren Auswertung könne beurteilt werden, ob ein früheres Eingreifen möglich gewesen und die Tat zu verhindern gewesen wäre. Ferner seien Berichte und Unterlagen zum Amoklauf in Winnenden sowie zum Amoklauf des Norwegers Anders Breivik gefunden worden. Die Motivation sei indes noch unklar, sagte de Maizière weiter.

Die Eltern des 18-Jährigen sind seinen weiteren Angaben zufolge Ende der 90er Jahre als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Laut ihren Aussagen habe ihr in Deutschland geborener Sohn "kein religiöses Leben geführt". De Maizière wertete den Namen David als Zeichen für eine mögliche Konversion zum christlichen Glauben. Zudem gebe es Hinweise, dass der Täter von Gleichaltrigen gemobbt worden sei.

Schließlich fordert de Maizière eine neue Debatte um den Einfluss von etwa Gewaltvideos. Das unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen habe eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung junger Menschen, sagt der CDU-Politiker. Dies könne kein vernünftiger Mensch bestreiten. Das sei auch in diesem Fall so gewesen.

Quelle: n-tv.de, jwu

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