Politik

Forderung, Nawalny freizulassen Deutsche Experten appellieren an Putin

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Unterstützer des Kremlgegners fordern Nawalnys Freilassung auf einer Demonstration am Mittwoch im russischen Wolgograd.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Deutsche Russland-Experten schreiben an Putin und fordern, Kremlkritiker Nawalny freizulassen. Der will nun seinen Hungerstreik beenden. Russische Ärzte hatten gewarnt, der könne ihn sonst das Leben kosten.

Deutsche Russland-Experten fordern die Freilassung des Kremlgegners Alexej Nawalny. In einem Brief an den russischen Staatschef Wladimir Putin schreiben die Wissenschaftler und Kulturschaffenden, "Herr Präsident, wir appellieren an Sie und die verantwortlichen Behörden der Russländischen Föderation, Herrn Nawalnyj aus der Haft zu entlassen." Weiter heißt es, solange Nawalny in Haft sei, solle er "von unabhängigen Ärzten seiner Wahl behandelt werden dürfen".

"Wir haben unser berufliches Schaffen in Wissenschaft und Forschung, Kultur und Medien Russland gewidmet, um durch Aufklärung und Kooperation die Beziehungen zwischen unseren Gesellschaften zu verbessern", schreiben die Experten. "Wir sind in tiefer Sorge um Alexej Nawalnyj und befürchten, dass sein Schicksal die Entfremdung zwischen unseren Gesellschaften vertiefen wird." Unter den mehr als 50 Erstunterzeichnern des Appells sind der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Ruprecht Polenz, und Martin Aust, Vorsitzender des Verbands der Osteuropahistoriker.

Die Autoren verweisen darauf, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Russland im Februar aufgefordert hatte, Nawalny aus der Haft zu entlassen. Der Oppositionelle war - nachdem er einen Anschlag mit einem Nervengift dank einer Behandlung in der Berliner Charité knapp überlebt hatte - nach seiner Rückkehr nach Russland noch am Flughafen festgenommen und von einem Gericht zu Lagerhaft verurteilt worden.

Mediziner warnten vor Nawalnys Tod

Vor drei Wochen begann Nawalny einen Hungerstreik, am Donnerstag appellierten seine Ärzte an ihn in einem offenen Brief, wieder Nahrung aufzunehmen. Seine Nahrungsverweigerung könne sonst im schlimmsten Fall zum Tod führen, warnten ihn die Mediziner. Am Freitag kündigte Nawalny auf Instagram an, den Ausstieg aus dem Hungerstreik zu beginnen.

Er erklärte jedoch, mit diesem Schritt gebe er nicht seine Forderung nach unabhängiger Betreuung durch zivile Ärzte auf. Nawalny beklagte schon vor Beginn seines Hungerstreiks, dass er in Teilen seiner Hände und Beine das Gefühl verliere. Nach eigenen Angaben leidet der prominente Häftling unter einem eingeklemmten Nerv im Rücken. Der russische Strafvollzug hingegen bezeichnete seinen Gesundheitszustand zwischenzeitlich als "zufriedenstellend".

Quelle: ntv.de, fni/dpa

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