Politik

"Weniger gespalten als gedacht" Deutsche mehrheitlich für Abschiebungen

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(Foto: imago/Future Image)

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Deutschen Abschiebungen von illegal in Deutschland lebenden Ausländern gutheißen. Mehr Unterstützung für Abschiebungen gibt es nur in Griechenland und Russland.

Fast drei Viertel der Deutschen unterstützen die Abschiebung von Migranten, die sich illegal im Land aufhalten. Das ergab eine Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center. 73 Prozent sprachen sich für Abschiebungen aus, 21 Prozent dagegen. In der Liste der untersuchten Länder gab es nur in Griechenland und Russland eine größere Unterstützung für Abschiebungen.

Aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik ist das zentrale Ergebnis der Studie, "dass Deutschland in der Frage von Abschiebungen derzeit weniger gespalten ist, als es die öffentliche Debatte vermittelt".

Pew Research fragte auch, ob Einwanderer für das eigene Land eher ein Gewinn oder eher eine Belastung darstellten. Zwei Optionen standen zur Auswahl: "Einwanderer machten unser Land heute mit ihrer Arbeit und ihrem Talent stärker" sowie "Einwanderer sind heute eine Belastung, weil sie unsere Arbeitsplätze und unsere Sozialfürsorge nehmen".

In Deutschland entschieden sich 35 Prozent der Befragten für die Option "Belastung". 59 Prozent sagten, Einwanderer machten Deutschland stärker. Bei dieser Frage liegt Deutschland nahe am Mittelwert der 18 untersuchten Länder. Positiver als hierzulande werden Einwanderer in Kanada, Australien, Großbritannien, Schweden, Japan und den USA gesehen. 2014 hatten noch 66 Prozent der Deutschen Einwanderer als Bereicherung angesehen.

Weltweit wird Einwanderung von Menschen, die politisch eher links stehen, positiver gesehen als von Menschen, die eher rechts stehen. 75 Prozent der "Linken" in Deutschland sehen Einwanderung als Bereicherung, während es bei den "Rechten" (oder Konservativen) 44 Prozent sind. In der politischen Mitte sagen 60 Prozent, Einwanderung sei eine Bereicherung. Auch das Alter, die Bildung und das Einkommen beeinflussen die Haltung zu diesem Thema: Jüngere, besser Gebildete und besser Verdienende neigen eher zu der Ansicht, dass Einwanderer das Land stärken.

Die Integrationsbereitschaft von Einwanderern wird in Deutschland schlechter eingeschätzt als in den meisten anderen untersuchten Ländern. 58 Prozent sagen hierzulande, Einwanderer wollten sich "von unserer Gesellschaft unterscheiden". 33 Prozent sagen, Einwanderer wollten "unsere Gepflogenheiten und unseren Lebensstil übernehmen".

Anders als in den meisten anderen Ländern sagt eine Mehrheit der Deutschen, Einwanderer seien häufiger für Verbrechen verantwortlich als andere Gruppen. 52 Prozent sind dieser Ansicht - ein Wert, der nur in Schweden, Griechenland und Südafrika übertroffen wird. Der Befund steht in gewissem Kontrast zur Haltung der Deutschen in der Frage, ob Einwanderer eine Belastung oder eine Bereicherung seien.

Die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung finden Sie hier.

Die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gibt es hier.

Quelle: n-tv.de, hvo

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