Politik

Stück gegen Selbstmordanschläge Deutsches Opfer war Entwicklungshelfer

328B1800A4648A82.jpg685889351819389992.jpg

Die französische Polizei sperrt die Schule ab.

(Foto: AP)

Sie wollten dem vom Krieg gezeichneten Afghanistan helfen - doch dann sprengt sich ein jugendlicher Attentäter bei einer Theateraufführung in einer Schule in die Luft. Ein Deutscher stirbt, ein zweiter wird verletzt.

Der bei einem Selbstmordanschlag in einer Schule in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötete Deutsche hat für eine örtliche Nichtregierungsorganisation gearbeitet. Das teilte das Auswärtige Amt mit.

Auch der bei dem Attentat verletzte zweite Deutsche arbeitete demnach im Entwicklungshilfebereich. Der Verletzte soll aber vorerst im Land bleiben. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, sagte, der Mann habe keine schwere Verletzung erlitten.

2014-12-11T151811Z_1611809419_GM1EACB1SL001_RTRMADP_3_AFGHANISTAN-BLAST.JPG2312858575075332243.jpg

Viele Menschen sollen verletzt worden sein.

(Foto: REUTERS)

Am Donnerstag hatte sich ein jugendlicher Attentäter während einer Theateraufführung in die Luft gesprengt. Die von Frankreich gebaute Schule wird auch vom französischen Kulturzentrum für Aufführungen genutzt. In Paris war von etwa 20 Verletzten die Rede. Unter den Opfern seien keine französischen Staatsangehörigen.

Am Tag nach dem Anschlag flogen zehn deutsche Soldaten aus dem Bundeswehr-Camp Marmal in Masar-i-Scharif nach Kabul. Darunter waren ein Arzt, der den Totenschein ausstellen sollte, und der ranghöchste deutsche Militärpolizist im Land. Die Delegation führte den Sarg mit sich, in dem der Tote nach Deutschland geflogen werden soll. Nach dem Anschlag war die Leiche zunächst ins Krankenhaus am militärischen Teil des Flughafens in Kabul gebracht worden.

Theater über Selbstmordanschläge

Der Attentäter habe sich als Zuschauer ausgegeben, sagte der amtierende afghanische Innenminister Ayoub Salangi. In der Aula der Schule wurde gerade das Theaterstück "Herzschlag und Stille nach der Explosion" aufgeführt, das sich gegen Selbstmordanschläge richtet. Den Sprengstoff habe der Täter in der Unterwäsche versteckt, sagte der Polizeichef von Kabul, Abdul Rahman Rahimi.

Mehrere der vorwiegend afghanischen Verletzten schweben noch in Lebensgefahr. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Es war der zweite Anschlag binnen eines Tages in Kabul: Stunden zuvor riss ein Selbstmordattentäter fünf afghanische Soldaten mit in den Tod. Zuvor war es zwei Wochen lang in der Stadt relativ ruhiggeblieben.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa