Politik

Reaktionen auf neuen CDU-Chef Die FDP freut sich über Laschets Wahl

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Corona-Glückwunsch-Händedruck von Annegret Kramp-Karrenbauer: Armin Laschet übernimmt das Amt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die CDU hat sich entschieden: Armin Laschet wird neuer Parteichef. Die Reaktionen der Opposition über die Wahl sind geteilt - während die FDP schon von einem schwarz-gelben Bündnis träumt, gibt es Kritik von den Linken. Doch auch Markus Söders Kanzlerchancen bleiben nicht unerwähnt.

Als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer wird Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet neuer CDU-Chef. Der 59-Jährige setzte sich auf dem digitalen CDU-Parteitag in einer Stichwahl gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz mit 521 zu 466 Stimmen durch. Laschet bedankte sich bei seiner Partei für das große Vertrauen. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die mit diesem Amt verbunden ist."

Bei der politischen Konkurrenz, der größtenteils nachgesagt wird, auf einen Wahlsieg von Friedrich Merz gehofft zu haben, waren die Reaktionen geteilt. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz gratulierte Laschet. "Das ist eine große Aufgabe mit großen Vorgängerinnen & Vorgängern. Ich wünsche ihm dafür ein glückliches Händchen. Dieses Jahr hat es in sich und wird eine Herausforderung für uns alle", schrieb der Bundesfinanzminister und Vizekanzler auf Twitter.

Kritischer äußert sich die Vorsitzende der Linken, Katja Kipping. Sie twitterte: "Mit Laschet hat die CDU nun einen neuen Parteivorsitzenden, aber noch lange keinen Kanzlerkandidaten. Egal, wer dann das Rennen um CDU-Kanzlerkandidatur gewinnt, die CDU wird nicht bereit sein, die Weichen so stellen, dass wir gerecht aus der Krise kommen." Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hingegen zeigt sich erleichtert, dass Laschet und nicht Friedrich Merz die Wahl gewonnen hat: "Gut, dass sich eine Verwässerung nach Rechts in der Union nicht durchgesetzt hat. Die Union führt seit 15 Jahren die Bundesregierung und verantwortet somit maßgeblich die tiefe Spaltung unserer Gesellschaft."

"Kanzlerkandidat Söder verhindern"

Die FDP scheint nicht unglücklich über den Ausgang der Wahl zu sein - mit Merz hätte die Union einen Parteichef mit deutlich wirtschaftsliberalem Profil gehabt, das hätte den Liberalen schaden können. Laschet dagegen kennt man, er führt in NRW eine Koalition mit der FDP. Mit Laschet sei Schwarz-Gelb und "damit eine wirtschaftsfreundliche Politik für die hart arbeitende Mitte der Gesellschaft auch auf Bundesebene möglich", erklärte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. FDP-Chef Christian Lindner gratulierte mit den Worten: "Auf so gute Zusammenarbeit und so sportlichen Wettbewerb als Bundesvorsitzende wie wir beides als NRW-Landesvorsitzende früher schon hatten."

Gleichzeitig warnten die Liberalen aber vor CSU-Chef Markus Söder als Kanzlerkandidat. Laschet müsse nun "aber bei der Kanzlerkandidatur zugreifen und eine innerparteiliche Zerreißprobe durch einen Kanzlerkandidaten Söder verhindern", verlangte Theurer. Denn mit dem CSU-Chef als Kanzlerkandidaten "und einer Politik der zittrigen Hand auf dem Höhepunkt der Pandemie würden der Bundesregierung Handlungsunfähigkeit und Dauerzoff drohen".

Söder selbst äußerte sich so wie schon in seinem Grußwort am Freitag. "Gemeinsam werden wir die Erfolgsgeschichte der Union fortschreiben", schrieb der bayerische Ministerpräsident auf Twitter. Er freue sich auf die Zusammenarbeit.

Die Grünen hatten sich bei dem Parteitag der CDU viel Kritik anhören müssen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak etwa sagte, sollte es zu einer schwarz-grünen Koalition kommen, dann würden die Grünen "wahrscheinlich mehr Kröten schlucken müssen, als sie jemals in ihrem Leben über Straßen in diesem Lande getragen haben". Ihre Reaktion auf Laschets Sieg war dennoch freundlich. "Wir wünschen ihm einen guten Start ins Amt", erklärten die Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck. "Armin Laschet steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, die CDU nach der Ära Merkel neu zu definieren" und "zu klären, wofür sie inhaltlich eigentlich antritt", fügten sie hinzu.

Auf die Sticheleien der CDU antworteten sie: "Wir freuen uns auf einen spannenden politischen Wettbewerb um die Frage, welche Kraft unser Land mutig, entschlossen und mit neuem Schwung aus der Krise in dieses entscheidende Jahrzehnt führt", so Baerbock und Habeck.

AfD-Chef Jörg Meuthen fasste sich bei Twitter kurz: "Schlechte Nachrichten für Deutschland - jetzt wird weiter gemerkelt."

Quelle: ntv.de, vmi/dpa