Politik

Eröffnungsrede bei Parteitag Dreyer streichelt Seele der Sozialdemokraten

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Übergangschefin Dreyer erinnert zu Beginn des SPD-Parteitags an die Erfolge der GroKo.

(Foto: REUTERS)

Beim Parteitag der SPD könnte der Konflikt zwischen GroKo-Befürwortern und -Gegnern hochkochen. Zum Start versucht die scheidende Interims-Chefin Dreyer den Ton zu setzen. Sie bekräftigt den Anspruch der SPD, eine Volkspartei zu sein. Und findet warme Worte für das bisherige Führungspersonal.

Mit einem Aufruf zur Einheit der SPD hat Interims-Chefin Malu Dreyer den Parteitag in Berlin eröffnet. Die Partei habe in der Großen Koalition viel erreicht. "Das ist für mich verantwortungsvolle Politik für die Zukunft", sagt sie zu Beginn des dreitägigen Delegiertentreffens in Berlin. Sie nannte als Beispiele die beschlossene Grundrente und immer mehr beitragsfreie Kita-Plätze.

Dreyer lobte auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der beim jüngsten Mitgliedervotum zur Parteispitze mit seiner Partnerin Klara Geywitz unterlegen war. Ohne sein Verhandlungsgeschick hätte die SPD in der Großen Koalition nicht so viel erreicht, sagte sie. "Du bist und bleibst eine wichtige Stütze unserer Partei, lieber Olaf." Die SPD könne stolz darauf sein, was sie in den vergangenen Jahren in der Regierung erreicht habe.

Dreyer unterstrich den Anspruch der SPD, alle Wählerschichten zu vertreten. "Die SPD ist Volkspartei - und sie wird es immer bleiben", sagt Dreyer. Sie forderte ihre Partei auf, wieder mehr Profil zu zeigen. Die SPD sei eine Wertepartei, "das ist doch unsere politische DNA", sagte sie. Sie stehe für gute Arbeit, Solidarität, Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung.

In der Öffentlichkeit werde die SPD aber oft nur als "Taktikpartei" wahrgenommen. Dabei sehnten sich viele Menschen nach einer Politik der Werte, des Respekts und der Mitmenschlichkeit. "Darum muss es uns in Zukunft gehen", betonte Dreyer. Auch die SPD müsse diese Werte leben - das bedeute auch, "einmal getroffene Entscheidungen gemeinsam zu tragen und gemeinsam umzusetzen".

Am Ende verabschiedete sich Dreyer als kommissarische Vorsitzende mit den Worten: "Die SPD ist eine wunderbare Partei, vergesst das nie." Den andauernden Applaus versuchte sie mit den Worten abzubrechen: "Ihr Lieben, jetzt müssen wir arbeiten."

Quelle: ntv.de, jog/jwu/dpa/rts