Politik

Beschuldigung "beleidigend" Erdogan-Rivale verurteilt Putschversuch

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Hat sich mit Erdogan überworfen: Fethullah Gülen.

(Foto: dpa)

Fethullah Gülen hat nach eigenen Angaben nichts mit dem Umsturzversuch in der Türkei zu tun. Der islamische Prediger, der mit Präsident Erdogan verfeindet ist, wendet sich "auf das Schärfste" gegen die Putschisten.

Der islamische Prediger Fethullah Gülen hat den Umsturzversuch von Teilen des türkischen Militärs verurteilt und die Anschuldigungen des mit ihm verfeindeten Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen. Er habe in den vergangenen Jahrzehnten selbst mehrere Militärputsche in seinem Heimatland miterleben müssen, daher sei die Behauptung, er sei in den Staatsstreich verwickelt, "besonders beleidigend", erklärte der in den USA lebende Geistliche in der Nacht zum Samstag.

"Ich weise solche Anschuldigungen kategorisch zurück", betonte Gülen. Er verurteile den Putschversuch "auf das Schärfste". Er bete dafür, dass sich die Lage in der Türkei schnell und friedlich kläre, fügte Gülen hinzu.

Erdogan machte die Anhänger seines früheren Verbündeten Gülen für den versuchten Militärputsch verantwortlich, in dessen Verlauf laut offiziellen Angaben mindestens 265 Menschen getötet wurden. Bei 161 der Toten handelt es sich laut Ministerpräsident Binali Yildirim um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten, wie es aus Regierungskreisen in Ankara heißt. Zudem seien mehr als 1150 Menschen verletzt worden. Die Regierung erklärte den Putsch nach wenigen Stunden für gescheitert.

Gülen hatte sich 2013 mit Erdogan überworfen, als die Justiz umfassende Korruptionsermittlungen zu Politikern und Geschäftsleuten aus dem Umfeld des damaligen Regierungschefs eingeleitet hatte. Erdogan warf dem Prediger einen Putschversuch vor und ließ tausende Polizisten, Staatsanwälte und Richter, die angeblich zur Gülen-Bewegung gehörten, entlassen oder versetzen.

Quelle: ntv.de, wne/AFP