Politik

Studie belegt positive Effekte Esken wirbt für Tempolimit

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Ein Tempolimit von 130 km/h könnte die Emissionen bereits um 1,9 Millionen Tonnen reduzieren.

(Foto: imago images/photothek)

Die Union stellt sich beim Tempolimit quer. Für SPD-Chefin Esken ist das Thema aber noch nicht vom Tisch. Eine neue Studie des Umweltbundesamts liefert ihr neue Argumente.

Im Streit um ein Tempolimit auf Autobahnen hat SPD-Chefin Saskia Esken die CSU und deren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer aufgefordert, ihre Blockadehaltung aufzugeben. "Ein generelles Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Deutschlands Autobahnen ist nicht nur gut für die Nerven der Autofahrer und für ihre Sicherheit, es nutzt auch dem Klima, wie die neuesten Berechnungen des Umweltbundesamtes zeigen", sagte Esken dem "Handelsblatt".

"Nachdem selbst der ADAC sich zuletzt für ein Tempolimit offen gezeigt hat, sollte auch Verkehrsminister Scheuer endlich den Fuß von der Bremse nehmen", sagte Esken weiter. Der Automobilclub hatte vor wenigen Wochen erklärt, in der Frage eine "neutrale Position" einzunehmen, man lege sich "aktuell nicht fest". Die SPD-Vorsitzende verwies auf neue Berechnungen, die das Umweltbundesamt (UBA) am Freitag vorgelegt hat. Demnach würde eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen die Treibhausgasemissionen deutlich senken.

Den UBA-Berechnungen zufolge erbrächte ein Tempolimit von 130 km/h Einsparungen von 1,9 Millionen Tonnen CO2. Bei einer Begrenzung auf 120 km/h lägen die Einsparungen bei 2,6 Millionen Tonnen CO2, bei 100 km/h ließen sich sogar 5,4 Millionen Tonnen CO2 sparen.

2018 verursachten Pkw und leichte Nutzfahrzeuge laut UBA auf Autobahnen in Deutschland Treibhausgasemissionen in Höhe von rund 39,1 Millionen Tonnen CO2, der gesamte Verkehrssektor 163 Millionen Tonnen. Die große Koalition hatte im Zuge der Klimaschutz-Beratungen bereits über ein Tempolimit diskutiert, die Union erteilte dem aber eine Absage. Auf die neuen Studienergebnisse reagierte das Bundesverkehrsministerium nach Infomationen des "Handelsblatts" zurückhaltend. Man müsse sich die neuen Berechnungen erst mal anschauen.

Quelle: ntv.de, ino/AFP/dpa