Politik

Sensible Mails aus Weißem Haus? Ex-Beraterin belastet Melania Trump

Von einem privaten Mailkonto versandte Regierungsdetails - das Thema ist in den USA seit dem Wahlkampf 2016 wohlbekannt. Nun gibt es neue Vorwürfe, die diesmal auf Melania Trump abzielen. Eine ehemalige Beraterin behauptet, von der First Lady sensible Informationen aus dem Weißen Haus erhalten zu haben.

Die First Lady der USA, Melania Trump, soll in der Zeit nach der Amtseinführung ihres Mannes Donald Anfang 2017 E-Mails von einem privaten Konto verschickt haben, in denen sie Angelegenheiten aus dem Weißen Haus preisgab. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf Stephanie Winston Wolkoff, eine ehemalige Beraterin Melanias. "Melania und ich haben beide keine E-Mails des Weißen Hauses verwendet", sagte sie der Zeitung. Demnach hätten beide mehrmals miteinander geschrieben, wobei Melania ihre bei der Trump Organization angesiedelte privatwirtschaftliche E-Mail-Adresse genutzt habe.

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Einem Bericht zufolge nutzte US-First-Lady Melania Trump private Mail-Kontos, um Details aus dem Weißen Haus zu besprechen.

(Foto: imago images/UPI Photo)

Laut Winston Wolkoff nutzte Melania Trump auch weitere private Kommunikationskanäle, um sich mit ihrer damaligen Vertrauten auszutauschen. Die "Washington Post" konnte eigenen Angaben zufolge einige Nachrichten aus der Korrespondenz einsehen. Demnach ging es darin um mitunter sensible Informationen aus dem Weißen Haus, darunter Vertragsangelegenheiten, Terminpläne von Staatsbesuchen des US-Präsidenten und der First Lady in Japan und Israel sowie um Finanzierungsdetails zur Vereidigungszeremonie im Januar 2017.

Zwar gehört Melania Trump als First Lady nicht der US-Regierung an und unterliegt dem Bericht zufolge nicht den dort geltenden strikten Vorgaben. Doch obwohl ihr der sogenannte Presidential Records Act die Nutzung privater Mail-Adressen erlaube, seien dabei verbreitete Regierungsinterna datenschutzrechtlich wie sicherheitspolitisch heikel.

Enthüllungsbuch über Melania kommt

Die von Winston Wolkoff erhobenen Vorwürfe erinnern an den vergangenen Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten. Damals hatte der republikanische Bewerber Donald Trump seiner demokratischen Herausforderin Hillary Clinton die Nutzung eines privaten Mail-Kontos für dienstliche Angelegenheiten vorgehalten. Clinton, damals im Amt als US-Außenministerin, hatte offizielle E-Mails über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Laut den anschließenden Ermittlungen des FBI hatte Clinton sich dabei jedoch nicht strafbar gemacht. Trump hingegen hatte die Causa als "schlimmer als Watergate" bezeichnet.

Das Verhältnis zwischen Winston Wolkoff und Melanie Trump ist mittlerweile zerrüttet. In ihrem demnächst erscheinenden Buch "Melania und ich: Aufstieg und Fall meiner Freundschaft mit der First Lady" schildert Winston Wolkoff die rund 15 Jahre dauernde Freundschaft und den anschließenden Bruch der beiden. Die Details zum Mailverkehr mit der First Lady seien in dem Buch jedoch nicht enthalten, erklärte Winston Wolkoff der "Washington Post". Demnach habe sie "einfach so viel zu schreiben" gehabt, und sich deshalb auf persönliche Interaktionen fokussiert. Melania Trump ließ derweil mitteilen, dass das Buch "ein reiner Rachefeldzug und voller Unwahrheiten" sei.

Quelle: ntv.de, cri

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