Politik

Im Alter von 97 Jahren Ex-Bundespräsident Walter Scheel ist tot

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Walter Scheel im Jahr 2010.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der frühere Bundespräsident Walter Scheel ist tot. Ein FDP-Sprecher bestätigte, dass das einstige Staatsoberhaupt gestorben sei. Der FDP-Politiker wurde 97 Jahre alt.

Scheel war von 1961 bis 1966 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, bevor er 1969 Außenminister der damaligen sozialliberalen Koalition wurde. Als solcher war er maßgeblich an der Umsetzung der sogenannten Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt beteiligt, die mitten im Kalten Krieg auf eine Entspannung mit der DDR und der Sowjetunion setzte. Damals war diese neue Ostpolitik umstritten, heute wird sie als Grundstein angesehen für die Deutsche Einheit. "Willy Brandt konnte nur deshalb das Land verändern, weil er mit Walter Scheel einen kongenialen Partner hatte", sagt der heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).

Von 1974 bis 1979 war Scheel viertes Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde als singender Bundespräsident ("Hoch auf dem gelben Wagen") äußerst populär.

In den letzten Jahren lebte der an Demenz erkrankte Scheel in einem Pflegeheim im baden-württembergischen Bad Krozingen.

Bundespräsident Joachim Gauck kondolierte Scheels Witwe Barbara Scheel in einem Schreiben, das vom Bundespräsidialamt veröffentlicht wurde. "In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundespräsident, hat Ihr Mann Großes geleistet", heißt es darin. "Mit seiner Ost- und Europapolitik hat er sich bleibende Verdienste für die Verständigung und Versöhnung auf unserem Kontinent erworben."

Lesen Sie hier einen Nachruf: Der singende Bundespräsident.

Quelle: n-tv.de, hvo

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