Politik

2016 wird eine "Nagelprobe" Experten fordern 20.000 neue Lehrer

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Die meisten Lehrer werden wohl die bevölkerungsreichen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern einstellen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Einem Bericht zufolge wollen die Länder nächstes Jahr 7800 neue Lehrer einstellen. Der Grund: 300.000 Flüchtlingskinder werden erwartet. Doch Experten fordern mehr als doppelt so viele neue Stellen. Sonst drohe ein massiver Qualitätsverlust im Unterricht.

Die Bundesländer wollen einem Bericht zufolge im kommenden Jahr wegen der Flüchtlingskrise 7800 neue Lehrer einstellen. Eine Umfrage der "Bild"-Zeitung bei den jeweiligen Bildungsministerien ergab nach Angaben der Zeitung, dass Bayern mit 1700 und Nordrhein-Westfalen mit 1200 neuen Lehrern bei den Neueinstellungen vorneweg gehen wollten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte das Jahr 2016 eine "Nagelprobe" für Deutschlands Schulen.

Der "Bild"-Umfrage zufolge kommen trotz der neu eingestellten Lehrkräfte durchschnittlich 37,5 Kinder auf einen Pädagogen. Dabei geht der Bericht von 300.000 Flüchtlingskindern aus, die 2016 zusätzlich an die Schulen kämen. Die geplanten Neueinstellungen seien "viel zu wenig", sagte Lehrergewerkschafter Heinz-Peter Meidinger der "Bild". Er forderte mindestens 20.000 zusätzliche Stellen. Ansonsten drohten "massive Qualitätsverluste im Unterricht, Stundenausfall und größere Klassen".

Die Lehrergewerkschaft GEW sprach in diesem Zusammenhang von einer "Nagelprobe", die den Schulen mit Beginn des zweiten Halbjahres ab dem 1. Februar bevorstehe. Viele Schulen hätten schon jetzt keine Räume für zusätzliche Klassen mehr übrig, obwohl ein Großteil der Flüchtlingskinder nicht einmal eingetroffen sei, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Tepe forderte so bald wie mögliche eine "zweite Einstellungswelle" von Lehrern, da die Personallücken stetig größer würden.

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP