Politik

Aufwind für die Liberalen in NRW FDP toppt Fünf-Prozent-Hürde

Der gemeinsame Wahlkampf der FDP-Spitzenkandidaten Wolfgang Kubicki und Christian Lindner zeigt offenbar Wirkung: Erst legen die Liberalen in Schleswig-Holstein zu. Nun ziehen sie in Nordrhein-Westfalen nach. Für Rot-Grün wird es dort eng.

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Generationenmix: Wolfgang Kubicki und Christian Lindner (r.).

(Foto: picture alliance / dpa)

Die FDP kann mehr vorweisen als eine Boygroup. Das glaubt zumindest der Spitzenkandidat der FDP in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki. Dass er und der 33-Jährige nordrhein-westfälische Spitzenkandidat Christian Lindner derzeit so positiv wahrgenommen würden, habe damit zu tun, dass sich in ihnen die Breite an Persönlichkeiten und an Themen der Partei widerspiegele, so Kubicki. Dabei spiele es auch eine entscheidende Rolle, dass sie aus verschiedenen Generationen kommen.

Seit Wochen auf, um sich im Wahlkampf zu befeuern. Die Schleswig-Holsteiner gehen am Sonntag, die Nordrhein-Westfalen eine Woche später an die Urne. Und der Einsatz über Ländergrenzen hinweg, die Abgrenzung von der Boygroup, der jungen Führungsspitze der Partei um , zeigt offenbar Wirkung.

Nachdem die FDP in Schleswig-Holstein laut Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap von 4 auf 6 Prozent kletterte, gelingt nun auch Lindners-Truppe der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP in Nordrhein-Westfalen liegt jetzt ebenfalls bei 6 Prozent.

Lindner will Fraktionschef werden

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Kubicki kündigte Lindner an, er stelle sich darauf ein, nach der Wahl Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag zu werden. Wenn die FDP reinkomme, werde es aus seiner Sicht keine Mehrheit für Rot-Grün geben. Wahrscheinlich sei daher, dass es in Düsseldorf zu einer rot-schwarzen Koalition komme. Diese wolle er aus der Mitte angreifen und treiben. "Das ist die Rolle, die mir Spaß macht", sagte Lindner.

Laut Umfragen sieht es in Nordrhein-Westfalen derzeit aber doch nach Rot-Grün aus. Die SPD kommt dort auf 38,5, die Grünen auf 11 Prozent. Die Parteien hätten eine parlamentarische Mehrheit.

Die CDU liegt derweil nur bei 30 Prozent. Die Piraten erreichen 7,5 Prozent - der niedrigste Wert seit Ende März. Die Linke würde mit 4 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag verpassen.

Wenn die Rheinländer und Westfalen ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 58 Prozent für Amtsinhaberin Hannelore Kraft von der SPD entscheiden. 26 Prozent würden den CDU-Spitzenkandidaten, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, wählen.

Quelle: ntv.de, ieh/dpa