Politik

"Wir sind die neuen Juden" FPÖ-Chef sorgt für Eklat

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Strache (Mitte) auf dem Wiener-Korporations-Ball der Burschenschaften, der am Auschwitz-Gedenktag stattfand.

(Foto: dpa)

An die Reichspogromnacht fühlte sich der Chef der österreichischen Rechtspartei FPÖ erinnert, als er einen Burschenschaftsball besucht. Der Grund: Vor dem Gebäude protestieren linke Gruppen gegen die Veranstaltung. Sozialdemokraten und Grünen nennen den Vergleich "ungeheuerlich".

Der Parteichef der österreichischen FPÖ, Heinz-Christian Strache, hat durch den Vergleich von Besuchern eines umstrittenen Burschenschaftsballs mit verfolgten Juden heftige Debatten ausgelöst. Strache hatte angesichts von Protestaktionen linker Gruppen gegen den Ball am Freitagabend, dem Reich-Ranicki hält bewegende Gedenkrede , laut einem Zeitungsbericht gesagt: "Das war wie die Reichskristallnacht." Und bei dem Gespräch am späten Abend, das ein Journalist hörte, hinzugefügt: "Wir sind die neuen Juden."

Gegen den Ball, an dem in den vergangenen Jahren auch rechtsextreme Politiker teilgenommen hatten, demonstrierten linke und linksradikale Gruppen. Dabei wurde auch die Zufahrt zum Ball behindert, Besucher des Balles wurden angepöbelt und nach Zeugenberichten auch angespuckt.

Die sozialdemokratische Partei SPÖ und die Grünen kritisierten die Vergleiche Straches als "ungeheuerlich". Die SPÖ sprach von einer "Relativierung und Verharmlosung des industriellen Massenmords der Nazis". Die Israelitische Kultusgemeinde kündigte eine Anzeige an.

Die FPÖ teilte mit, Straches Aussagen seien falsch eingeordnet und verzerrt dargestellt worden. Strache habe das Leid, das den Juden angetan wurde, nicht relativieren wollen. Er habe lediglich gemeint, Angriffe auf Menschen wie bei dem Ball erinnerten an "die grausamen Berichte über die unselige NS-Zeit".

Quelle: n-tv.de, dpa

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