Politik

"Er sieht schrecklich aus" Farbanschlag auf Karl Lauterbachs Auto

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Seine Schreibtische sind voll mit Anwaltsschreiben: Karl Lauterbach ist wegen seiner Corona-Expertise zur Zielscheibe geworden.

(Foto: imago images/Future Image)

In der Corona-Krise steht SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach besonders im Fokus der Öffentlichkeit - und nicht jedem gefällt das, was er zu sagen hat. Über Drohungen berichtete der Politiker schon des Öfteren. Nun demolieren Unbekannte sein Auto.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist seit Längerem das Ziel von Beleidigungen und gar Morddrohungen - nun wurde auf das Auto des Politikers in der Nacht ein Anschlag verübt. Wie Lauterbach auf Twitter schreibt, haben Unbekannte nicht nur die Scheiben eingeschlagen, sondern den Smart auch mit Farbe übergossen. Er könne das Auto nicht mehr fahren. "Er sieht schrecklich aus", schreibt Lauterbach. "Aber wir werden nie aufgeben. Wir sind viele..."

Der 58-Jährige antwortete damit auf einen Tweet der Grünen-Politikerin Ricarda Lang, die eigenen Angaben zufolge ebenfalls Opfer einer Attacke wurde. Demnach ist das Klingelschild an ihrer Privatwohnung rot durchgestrichen worden. "Politiker*innen werden immer öfter bedroht und eingeschüchtert", schreibt sie. "Aber wir werden die Angst nicht gewinnen lassen."

Ob Lauterbach Anzeige erstattet hat, ließ er in dem Tweet zunächst offen. Er hat allerdings schon in früheren Interviews betont, dass er gegen zahlreiche Angriffe und Drohungen juristisch vorgeht. Dem "Spiegel" hatte Lauterbach im Februar erzählt, dass seine Büroschreibtische vor Schreiben von Staatsanwälten und Ermittlern überquellen würden. Zudem lasse er sich von Sicherheitsexperten beraten.

Solidarität mit Lauterbach

Politiker verschiedener Parteien zeigen sich solidarisch. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch schreibt auf Twitter an Lauterbach gerichtet, er wisse: "Du wirst dich nicht einschüchtern lassen." Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt bezeichnet die Attacke als einen feigen Versuch der Einschüchterung. "Solche Angriffe sind Angriffe auf unsere Demokratie."

Auch FDP-Chef Christian Lindner verurteilt den Vorfall. Man könne unterschiedlicher Meinung sein, davon lebe die Demokratie, schreibt er auf Twitter. "Aber Gewalt oder Einschüchterung haben in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren. Karl Lauterbach und ich streiten gerne - hier hat er meine volle Solidarität."

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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