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Hisbollah und Israel halten still Feinde sind an Eskalation "nicht interessiert"

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Die israelische Armee ist an der Nordgrenze weiter in Alarmbereitschaft.

(Foto: AP)

Drei Tote sind die vorläufige Bilanz der Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah. Nun ziehen sich die hochgerüsteten Erzfeinde vorerst zurück. Spanien fordert derweil eine Untersuchung für den Tod seines Blauhelmsoldaten, der bei israelischem Beschuss starb.

Nach dem Angriff auf ein israelisches Militärfahrzeug und anschließenden Gefechten an der israelisch-libanesischen Grenze hat sich die Lage offenbar vorerst beruhigt. Der israelische Rundfunk berichtete, Israels Führung tendiere dazu, vorerst keine weiteren Angriffe zu unternehmen.

Auch die libanesische Hisbollah hat israelischen Angaben zufolge erklärt, sie habe kein Interesse an einer weiteren Eskalation. Eine entsprechende Mail habe Israel über die UN-Friedenstruppe in Libanon (Unifil) erhalten, teilte Verteidigungsminister Mosche Jaalon mit. Die Hisbollah in Beirut war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bei dem Angriff von Hisbollah-Kämpfern waren am Mittwoch zwei israelische Soldaten getötet worden. Israel reagierte mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen auf Ziele im Südlibanon. Der Überfall der Hisbollah war die Reaktion auf einen Luftangriff der israelischen Streitkräfte in der vergangenen Woche in Syrien, bei dem ein iranischer General sowie mehrere Mitglieder der Hisbollah getötet worden waren. Die Hisbollah und der Iran hatten dafür Vergeltung angekündigt.

Spanien fordert Untersuchung

Bei den Gefechten kam auch ein in der Gegend stationierter UN-Soldat aus Spanien ums Leben. Derzeit ist es im israelisch-libanesischen Grenzgebiet ruhig. Das israelische Militär ist aber weiterhin in Alarmbereitschaft. Der Schulunterricht in der Region findet jedoch wie gewohnt statt.

Der spanische UN-Botschafter in New York, Román Oyarzun, erhob schwere Vorwürfe gegen Israel. Der Blauhelmsoldat sei aufgrund der "Eskalation der Gewalt" in der Region gestorben und "die israelische Seite" sei dafür verantwortlich, sagte Oyarzun vor Journalisten. Er habe während des Dringlichkeitstreffens zu dem Vorfall eine Untersuchung gefordert, fügte er hinzu.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Tod des spanischen Blauhelmsoldaten, äußerte sich aber nicht zur Verantwortung dafür. Generalsekretär Ban Ki Moon rief seinerseits zur größtmöglichen Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/AFP/rts

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