Politik

Bamf: Nur wenige sind gut gebildet Flüchtlinge lösen Fachkräfteproblem nicht

Viele Hunderttausend Flüchtlinge in Deutschland können nach Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge weder das demografische Problem noch den Fachkräftemangel lösen. Deren Ausbildung dauere lange und koste viel - sei aber lohnend.

Nach Einschätzung von Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise sind lediglich zehn bis 15 Prozent der Flüchtlinge gut qualifiziert und damit schnell auf dem Arbeitsmarkt vermittelbar. Viele andere der nach Deutschland kommenden Menschen hätten zwar keine Ausbildung nach deutschen Standards, verfügten aber dennoch über Berufserfahrung, sagte der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) dem Deutschlandfunk.

"Die haben gehandelt, die haben gearbeitet, die haben an Autos geschraubt, Häuser gebaut", sagte er. Die Kunst werde jetzt sein, deren Erfahrungen in das deutsche System einzubringen. "Das dauert länger und kostet mehr, als mit den Menschen, die hier sind", sagte Weise, der auch Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist. Wer etwa einen syrischen Flüchtling frage, ob er eine duale Berufsausbildung habe, werde in der Regel die Antwort "nein" bekommen.

Weise will bis Ende des Jahres eine Million Anträge auf Asyl bearbeitet haben und erreichen, dass die Bearbeitungsverfahren nicht mehr acht Monate wie derzeit, sondern nur noch drei Monate dauern. Das hätte dann auch Folgen für die bislang veranschlagten Kosten der Integrations- und Sprachkurse. "Wenn erkennbar ist, dass wir diese größere Zahl erreichen, dann werden wir die Differenz zu den bisherigen Haushaltsplanungen rechtzeitig melden."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht in seinen Berechnungen von einer geringeren Zahl von Asylanträgen aus - in der Folge auch mit geringeren Kosten für Integrations- und Sprachkurse. Tatsächlich ist die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge stark zurückgegangen. Waren es im Dezember noch rund 120.000, so kamen im März nur noch gut 20.000 Menschen nach Deutschland.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa