Politik

"Bedingungen nicht erfüllt" Frankreich rückt "Wladiwostok" nicht raus

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Die Wladiwostok ist das zweitgrößte Kriegsschiff, das Frankreich herstellt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Russland behauptet, der französische Hubschrauberträger "Wladiwostok" werde Mitte November ausgeliefert - der angespannten Lage in der Ukraine zum Trotz. Aus Paris heißt es nun: An den Angaben aus Moskau ist nichts dran.

Der Streit über die Lieferung eines französischen Kriegsschiffs an Russland geht weiter: Die französische Regierung wies die Behauptung Moskaus zurück, es gebe eine Einigung über den Deal, der auf dem Höhepunkt der Ukrainekrise im September auf Eis gelegt wurde. "Heute sind die Bedingungen nicht erfüllt", sagte Finanzminister Michel Sapin dem Radiosender RTL.

Gegen das milliardenschwere Rüstungsgeschäft gibt es erhebliche Einwände von Frankreichs Partnern in der Nato. Staatschef François Hollande machte aber deutlich, dass geliefert werde, wenn bestimmte Bedingungen wie ein Waffenstillstand in der Ukraine erfüllt seien. Derzeit werden aus dem Osten der Ukraine noch fast täglich Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten gemeldet.

Die Schiffe der Mistral-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle". Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Die baltischen Staaten und andere Nachbarländer Russlands fürchten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen einsetzen könnte.

Die russische Nachrichtenagentur RIA hatte am Mittwoch Vize-Ministerpräsident Dmitri Rogosin mit den Worten zitiert, Russland habe für den 14. November eine Einladung für die Übergabe des Schiffes erhalten. Das zweite Schiff solle am selben Tag im Dock zu Wasser gelassen werden. Russland hat angekündigt, bei Nichterfüllung des Vertrages Schadenersatz zu fordern. Die Schiffe haben einen Wert von mehr als einer Milliarde Euro und sind von Russland bereits teilweise bezahlt.

Seit Juli werden bereits insgesamt rund 400 russische Marine-Soldaten in Saint-Nazaire für die "Wladiwostok" ausgebildet. Moskau hatte auf der Lieferung der Mistral-Schiffe bestanden und mit Schadenersatz-Forderungen gedroht.

Quelle: ntv.de, jog/AFP/rts