Politik

Militärschlag nutzlos Gabriel: China muss Nordkorea bändigen

Für Außenminister Gabriel sind die Verantwortlichkeiten im Nordkorea-Konflikt klar verteilt: Pjöngjangs letzter Verbündeter muss den Druck erhöhen. Aus Peking bleibt es dazu bisher bei einer Ankündigung.

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas hat Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mehr Druck von China auf das kommunistische Land gefordert. Die Regierung in Peking müsse dazu beitragen, den Konflikt zu lösen und "die koreanische Halbinsel von Atomwaffen zu befreien", sagte Gabriel im ZDF. China ist der einzige Verbündete Nordkoreas in der Region.

Der Minister sprach sich für diplomatische Lösungen aus. Ein militärisches Eingreifen würde hingegen "überhaupt nichts" bringen, sagte Gabriel. Auch der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, wies der Volksrepublik in der Sendung eine Schlüsselrolle zu, um die von Nordkorea ausgehende Gefahr zu bannen. Ein diplomatischer Deal könnte seiner Meinung nach darin bestehen, dass Nordkorea auf weitere Raketentests verzichtet und die USA im Gegenzug die jährlichen gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea in der Region einstellen.

Nordkorea hatte am Dienstag erstmals eine Interkontinentalrakete getestet. US-Präsident Donald Trump drohte Machthaber Kim Jong Un daraufhin mit einer harten Reaktion, beantwortete Fragen nach einem möglichen Militärangriff aber nicht. Die Regierung in Washington befürchtet unter anderem, dass das isolierte Land mit Atomsprengköpfen versehene Langstreckenraketen baut, die US-Territorium erreichen können. Chinas Staatschef Xi Jinping bekräftigte nach Angaben Südkoreas, er werde größte Anstrengungen unternehmen, um Nordkorea an der Entwicklung von Atom- und Raketentechnologie zu hindern.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa

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