Politik

Abwehrplanung "unzureichend" Großbritannien denkt ans Aufrüsten

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Militärische Bedrohung für Europas Grenzen: Die britischen Streitkräfte sind nach Ansicht der Experten nicht auf die neuen Bedrohungslagen vorbereitet.

(Foto: REUTERS)

Russlands Vorgehen auf der Krim, der Krieg in der Ukraine, die Bedrohung im Baltikum: In einem Bericht für das britische Parlament kommen Verteidigungsexperten zu einer ernüchternden Erkenntnis.

Die Verteidigungsplanung Großbritanniens muss nach Einschätzung des zuständigen Parlamentsausschusses in London dringend überarbeitet werden. Grund seien die neuen Bedrohungen in der Welt und Russland, hieß es. Die bisherige Planung sei "unzureichend".

Anders als bislang müsse sich die britische Verteidigungspolitik künftig darauf einstellen, die Stabilität an einem Dutzend verschiedener Schauplätze gleichzeitig zu gewährleisten, hieß es in einem Bericht des Verteidigungsausschusses. Außerdem müsse das Vereinte Königreich in der Lage sein, sowohl auf konventionelle als auch auf unkonventionelle Bedrohungen zu reagieren.

Bedrohte Grenzen

Der Fingerzeig in Richtung Russland ist überdeutlich: Zum ersten Mal seit 20 Jahren bedrohe ein militärisch hoch entwickelter Staat die Grenzen europäischer Nationen, hieß es in dem Bericht weiter. Abgesehen von dem völkerrechtswidrigen Verhalten der Führung in Moskau auf der Krim und bei den Verwicklungen in den Konflikt im Osten der Ukraine hätten sich nach Einschätzung der Ausschussmitglieder zudem auch die sicherheitspolitischen Herausforderungen im Nahen Osten, in Afrika und Südasien dramatisch verändert.

Großbritannien könne es sich nicht leisten, betonten die Parlamentarier, diese Entwicklungen zu ignorieren und sich in die Isolation zurückzuziehen. Unter der seit 2010 amtierenden konservativ-liberalen Regierung hat Großbritannien die Verteidigungsausgaben um real rund acht Prozent gekürzt. Zugleich schrumpften die Streitkräfte um rund ein Sechstel.

"Ziele russischer Atomraketen"

Zuletzt hatte Russlands Botschafter in Kopenhagen mit unverhüllten Drohungen gegen Dänemark für Aufsehen gesorgt. Die Worte von Michail Wanin dürften dabei nicht nur den Militärexperten in dem nordeuropäischen Land mit seinen gut fünfeinhalb Millionen Einwohnern eine Gänsehaut über den Rücken gejagt haben.

In einem Gastbeitrag für die dänische Zeitung "Jyllands Posten" hatte der russische Diplomat vor den Reaktionen Moskaus auf einen Ausbau des geplanten Nato-Raketenschutzschildes gewarnt. Sollte sich Dänemark beteiligen, erklärte Wanin, dann "werden dänische Kriegsschiffe zu Zielen russischer Atomraketen".

Quelle: ntv.de, mmo/rts

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