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Individualraum ab 14 Quadratmetern Hendricks plant die Wohnzelle

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Mindestens 14 Quadratmeter, 260 Euro warm - so sollen junge Leute künftig wohnen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesweit fehlen Hunderttausende Wohnungen. Die Branche kann den Bedarf schon lange nicht mehr decken. In der Folge steigen die Mieten - gerade in Ballungsräumen. Im Bauministerium wird daher an einem Plan gearbeitet.

Zur Bekämpfung der Wohnungsnot sollen in Ballungsräumen mehrere Tausend sogenannter Mikrowohnungen entstehen. Dazu werde die Bundesregierung 120 Millionen Euro in die Entwicklung solcher Kleinstunterkünfte investieren, sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks der "Bild". Die Unterkünfte seien vor allem für Studenten und Auszubildende gedacht.

In einem Papier des Ministeriums werden die Mikrowohnungen als Individualraum mit mindestens 14 Quadratmetern sowie zusätzlicher Küchenzeile und kleinem Bad beschrieben. Die Warmmiete soll 260 Euro betragen.

Erst vor wenigen Wochen hatte die deutsche Wohnungswirtschaft ein fünfjähriges Förderprogramm für den Bau von 100.000 neuen Wohnungen gefordert. Nach den Vorstellungen des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) soll es von Bund und Ländern finanziert werden, drei Milliarden Euro umfassen und so einen Beitrag gegen die Mietpreisexplosion in vielen deutschen Städten leisten. Man sei Fertigstellung neuer Wohnungen, "die nötig wäre, meilenweit entfernt", sagte Verbandspräsident Axel Gedaschko.

Laut dem Verband sind jährlich etwa 320.000 neue Wohnungen nötig. Fertiggestellt wurden laut GdW 2014 bundesweit jedoch lediglich 245.000 Wohnungen. Die Baukosten in Deutschland seien inzwischen so hoch, dass ohne öffentliche Förderung gebaute Mietwohnungen sich für den Bauherrn erst ab einem Quadratmeterpreis von elf bis zwölf Euro rechneten.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/dpa

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