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Geheimdienstquelle zitiert IS plant angeblich Emirat im Libanon

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In der Region Qalamun in Syrien kämpfen alle gegen alle: syrische Regimetruppen (Bild), Dschihadisten und oppositionelle Rebellen.

(Foto: REUTERS)

Der Libanon ist bisher weitgehend von IS-Terror verschont geblieben. Einem Zeitungsbericht zufolge haben die Dschihadisten in Syrien aber fortgeschrittene Pläne: Sie wollen Teile des Nachbarlandes übernehmen.

Der Islamische Staat bereitet konkret die Gründung eines Emirats im Libanon vor. Das berichtet die libanesische Zeitung "The Daily Star" und beruft sich auf Geheimdienstinformationen. Kämpfer in Syrien planen demnach angeblich die Ausweitung des IS-Kalifats in Syrien auf libanesisches Staatsgebiet.

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Die libanesische Armee bewacht die Grenzregion zu Syrien aufmerksam. Doch immer wieder dringen Dschihadisten ein.

(Foto: Reuters)

Dem Bericht zufolge haben Dschihadisten in Nordsyrien bereits Verstärkung und Unterstützung angefordert, um den Plan umzusetzen. Geheimdienstler hätten außerdem zu berichten gewusst, dass der IS in Syrien bereits ein Organisationskomitee aufbaue. Dieses solle sich dann um "libanesische Angelegenheiten" innerhalb des erweiterten Kalifats kümmern.

Es gibt allerdings noch Schwierigkeiten. Zum einen hat man sich im IS laut Geheimdienstquellen noch nicht auf einen Chef für die Libanon-Mission einigen können. Ein hochrangiger Kommandeur soll jedoch bereits das Grenzgebiet nahe der syrischen Region Qalamun besucht haben. Über die Bergregion nördlich von Damaskus solle das Emirat Libanon mit dem Rest des Kalifats verbunden werden.

Das Gebiet ist eine der Schwachstellen an der libanesisch-syrischen Grenze. Die libanesische Armee hat im vergangenen Jahr wiederholt IS-Kampfverbände dort zurückschlagen müssen. Die strategisch bedeutsamen Qalamun-Berge waren im syrischen Bürgerkrieg mehrfach heftig umkämpft zwischen Regimetruppen, Rebellen und Dschihadisten. Berichten zufolge halten sich derzeit rund 3000 Mitglieder der islamistischen Al-Nusra-Front und des IS dort auf. Vor einem halben Jahr entführten Nusra-Kämpfer nach Gefechten um die Stadt Arsal 26 libanesische Soldaten, mit deren Leben sie immer wieder die Regierung in Beirut zu erpressen versucht.

Aus dem Nordosten des Libanon gibt es Berichte, dass der IS dort langsam Ortschaften infiltriert. In Arsal, wo zehntausende syrische Flüchtlinge leben, soll der IS nun bereits eine parallele Staatlichkeit aufbauen, unter anderem mit eigenen Scharia-Gerichten. Anfang Februar berichtete der "Daily Star", der IS habe lange den Plan verfolgt, die von syrischen Flüchtlingen überschwemmte Bekaa-Hochebene im Libanon zu erobern und zum Emirat zu machen.

Quelle: n-tv.de, nsc

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