Politik

Bekennerbotschaft zu Terror im Jemen IS tötet 140 Menschen in Moscheen

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat ist verantwortlich für die grausamen Anschläge auf Betende im Jemen. Terroristen zünden dort Sprengsätze in Moscheen, mindestens 140 sterben.

Zu den Anschlägen auf Moscheen im Jemen mit dutzenden Toten hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Dies geht aus einer im Internet veröffentlichten Botschaft hervor. Bei den Selbstmordanschlägen gegen zwei von Anhängern der schiitischen Huthi-Miliz besuchten Moscheen in Sanaa starben mindestens 140 Menschen. Mehr als 120 weitere Gläubige wurden verletzt, wie Ärzte berichteten.

In der Botschaft heißt es, Fünf Ritter" hätten in einem "gesegneten Einsatz" ihre Sprengstoffgürtel gezündet, vier "mitten im Nest der Huthis" in Sanaa und ein fünfter in Saada. Im Schreiben drohen die Terroristen, dass sie die Huthis weiter bekämpfen werden.

Augenzeugen erzählten, dass sich die Attentäter kurz nacheinander in die Luft gesprengt hätten. Zunächst habe ein Attentäter eine Bombe gezündet, um einen Sicherheitsgürtel um ein Gotteshaus zu sprengen. Ein zweiter Täter sei danach in die Moschee eingedrungen und habe dort viele Menschen mit in den Tod gerissen. Ein dritter Attentäter habe eine weitere Moschee in Sanaa angegriffen.

Regierung floh nach Aden

Unter den Toten ist auch einer der wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, wie die Huthis mitteilten. Die Huthi-Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi. Auch mit dem jemenitischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida sind sie verfeindet.

Die Huthis brachten in den vergangenen Monaten den Norden des Landes und die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Vor einigen Wochen setzten sie Hadi und die Regierung ab, sie lösten auch das Parlament auf. Der Präsident floh deshalb ins südjemenitische Aden. Von dort aus will er weiterregieren.

In Aden bombardierten Kampfflugzeuge unterdessen erneut Hadis Amtssitz. Angaben über Schäden gab es zunächst nicht. Die Lage in der Stadt sei so angespannt wie noch nie, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Bereits am Donnerstag hatten Kampfjets Hadis Amtssitz in Aden angegriffen. Der Staatschef warf den Hutis vor, sie hätten zusammen mit Vertretern des "alten Regimes" einen Putsch gegen ihn versucht. Die Rebellen sind mit dem früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh verbündet, der 2012 nach Massenprotesten zurückgetreten war.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP

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