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Freunde werden zu Feinden In Syrien gilt bald: Jeder gegen jeden

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Kämpfer der FSA im Einsatz - noch gegen den IS.

(Foto: REUTERS)

Den USA droht ein wichtiger Verbündeter verloren zu gehen: die Freie Syrische Armee. Washington bleibt bald vielleicht nur noch ein verhasster Pakt oder ein Einsatz mit eigenen Truppen.

Dein Freund ist mein Freund? Von wegen. Ein gemeinsamer Feind eint? Auch nicht. Bekannte Schemen für Verbündete gelten in Syrien nicht. Das machen zwei Ereignisse der vergangenen Tage besonders deutlich. Die USA müssen sehr schnell handeln.

Die syrische Luftwaffe hat mit ihren Kampfjets am Dienstag die Stadt Rakka attackiert. Das Ziel: die Kämpfer des Islamischen Staates (IS). Eigentlich sollte das der US-geführten Allianz gegen die Organisation nur recht sein, schließlich kämpft auch sie gegen die brutalen Fundamentalisten. Doch Washington machte prompt klar: Rakka sei in den vergangenen 24 Stunden nicht von den USA oder einem Verbündeten attackiert worden. Die Allianz will auf keinen Fall den Eindruck erwecken, gemeinsame Sache mit dem verhassten Despoten Baschar al-Assad zu machen.

Nur wenige Tage zuvor meldete der britische "Guardian", dass immer mehr gemäßigte Rebellen, die eigentlich gegen den IS gekämpft haben, sich den Halsabschneidern anschließen - wegen amerikanischer Luftangriffe. Teile der Freien Syrischen Armee (FSA) verärgert es, dass sich die USA erst jetzt einmischen. Sie glauben, dass Washington die syrische Opposition egal ist und sie nur missbraucht, um gegen die Bedrohung IS vorzugehen.

Nur der IS kämpft sich von Sieg zu Sieg

Sollten sich die Abkehr der FSA von der Allianz fortsetzen, droht in Syrien endgültig ein Zustand, in dem jeder gegen jeden kämpft. Dabei gilt: Ohne die FSA kann die Allianz den Kampf gegen IS nicht gewinnen. Denn eigene Bodentruppen wollen weder die USA noch ihre Verbündeten schicken. Mit Assad will die Allianz den Kampf nicht gewinnen. Denn damit würde sie einen Despoten wieder hoffähig machen.

Am Ende verlieren so alle. Die USA, weil sie den IS nicht besiegen können. Die FSA, weil sie zerfällt. Assad, weil er große Teile seines Landes an die Islamisten abtreten muss. Und die syrische Bevölkerung, weil sie auch in Zukunft im Bürgerkrieg leben wird, verschärft um die Luftschläge der internationalen Allianz, die ebenfalls Zivilistenleben kosten. Nur der IS kämpft sich von Sieg zu Sieg.

Wollen die USA das verhindern, bleibt ihnen nur, schnell ein starkes Signal an die FSA zu schicken. Das könnte darin bestehen, nun wirklich ernst damit zu machen, die gemäßigte Opposition auszubilden und auszurüsten.

Quelle: n-tv.de

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