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Assad greift IS-Hauptstadt an Syrische Kampfjets töten 95 Menschen

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Syrische Kampfjets, hier eine Aufnahme eines Angriffs im August 2012, haben mindestens zehn Angriffe geflogen.

(Foto: REUTERS)

Es ist eines der schwersten Bombardements seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien: Syrische Kampfjets töten in Rakka, der inoffiziellen Hauptstadt des IS, mindestens 95 Menschen. Auch im Irak muss der IS einen herben Rückschlag hinnehmen.

Bei Luftanschlägen auf die Stadt Rakka im Norden Syriens sind nach Angaben von syrischen Oppositionellen mindestens 95 Menschen getötet worden. Die Hälfte der Opfer seien Zivilisten gewesen, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit und berief sich auf Einwohner und Kämpfer.

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Auch dieser Marktstand in Rakka wurde bei den Luftangriffen getroffen.

(Foto: REUTERS)

Zehn syrische Kampfjets hätten die Stadt mindestens zehn Mal ins Visier genommen. Von der Regierung in Damaskus gab es bislang keine Stellungnahme.

Es war eine der schwersten Bombardierungen seit Beginn des Bürgerkriegs vor mehr als drei Jahren. Der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete unter Berufung auf Aktivisten sogar von 170 Toten, die meisten von ihnen Zivilisten. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden. Die Menschenrechtler warfen dem syrischen Regime ein "Massaker" vor. Die Flugzeuge hätten ein Industriegebiet, einen Markt und eine Moschee bombardiert. Unter den Toten seien auch drei Kinder gewesen.

USA und Assad haben denselben Feind

Rakka wird - wie ganze Landstriche in Syrien und im Irak - seit August von der radikalen Miliz Islamischer Staat (IS) kontrolliert. Die Gruppe geht mit brutaler Gewalt gegen Andersgläubige vor. Die USA greifen die Miliz deswegen immer wieder aus der Luft an, um sie zurückzudrängen. Ein US-Vertreter sagte allerdings, Rakka sei in den vergangenen 24 Stunden nicht von den USA oder einem der Partner attackiert worden. Laut IS-Angaben wurden die Angriffe von der syrischen Regierung verübt.

Die Tatsache, dass die USA zu Beginn des Bürgerkrieges das Regime Assad zwar verurteilten, sich aber nicht bereiterklärten, gegen den Despoten zu kämpfen, stößt bei vielen Rebellen auf tiefes Unverständnis - zumal die USA mittlerweile gewissermaßen gemeinsam mit Assad gegen den IS kämpfen. Die britische Zeitung "Guardian" hatte kürzlich unter Berufung auf Interviews mit Akteuren vor Ort berichtet, dass durch das Engagement der USA gegen den IS immer mehr Kämpfer der Rebellen-Truppen in Syrien zu der Terrororganisation überlaufen.

Peschmerga wehren IS-Angriff ab

Unterdessen wehrten kurdische Peschmerga im Irak einen IS-Angriff auf den Mossul-Staudamm ab. Dabei seien sie von Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten unterstützt worden, erklärte ein kurdischer Offizieller. Mindestens 30 Extremisten seien ums Leben gekommen. Über Tote aufseiten der Kurden machte er keine Angaben.

Der Mossul-Staudamm ist die größte Talsperre des Irak. Er ist strategisch bedeutend, weil er für die Trinkwasserversorgung und Stromerzeugung des Landes wichtig ist. IS-Kämpfer hatten den Damm bereits Anfang August unter Kontrolle gebracht, rund zwei Wochen später jedoch wieder an die Peschmerga-Kämpfer verloren.

Quelle: n-tv.de, bdk/rts/dpa

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