Politik

Explosionen in der "Grünen Zone" Irak verhängt Ausgangssperre

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Aufgewachsen in einem Staat, der nicht funktioniert: Im Irak treibt die Wut über die Regierung Demonstranten auf die Straße.

(Foto: REUTERS)

In den Straßen von Bagdad kippt die Stimmung: Der Frust angesichts einer hohen Arbeitslosigkeit und mangelnde Perspektiven treiben mehr und mehr Iraker auf die Straße. Die Regierung geht mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Die Lage ist extrem angespannt.

Im Zentrum der irakischen Hauptstadt ist es in der Nacht der ersten Ausgangssperre nach einer Serie von Protestaktionen zu mehreren schweren Explosionen gekommen. In der sogenannten Grünen Zone, in der neben irakischen Regierungsgebäuden auch mehrere Botschaften liegen, waren verstärkt Sicherheitskräfte im Einsatz. In der Nacht zum Donnerstag wurden von dort mindestens zwei Detonationen gemeldet. Der Sender Al-Arabiya sprach von Raketenangriffen, ohne weitere Details zu nennen.

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Mit Tränengas und Warnschüssen: Sicherheitskräfte stellen sich den Irakern entgegen.

(Foto: REUTERS)

Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und Arbeitslosigkeit großer Frust. Das rohstoffreiche Land gehört zu den weltgrößten Ölproduzenten, leidet aber unter einem ausgeprägten Energiemangel. Viele Gebiete sind nach dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) noch immer zerstört.

Schon am Dienstag waren in Bagdad und in anderen Städten des Landes Proteste gegen die politische Führung des Landes ausgebrochen. Auch hier waren Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen die Menschenansammlungen vorgegangen. Bei den Ausschreitungen kamen nach Angaben der Regierung zwei Menschen ums Leben, mindestens 200 weitere wurden verletzt. Die irakische Regierung verhängte daraufhin eine nächtliche Ausgangssperre für Bagdad und weitere irakische Städte. Ausgenommen seien lediglich Mitarbeiter von Rettungsdiensten sowie Reisende auf dem Weg zum Flughafen, erklärte Regierungschef Adel Abdel Mahdi.

Proteste in mehreren irakischen Städten

In mehreren Teilen der Stadt, aber auch in anderen Provinzen des Landes, hatten zuvor erneut Tausende gegen Korruption und politischen Stillstand demonstriert. Sicherheitskräfte versuchten die Protestversammlungen mit Tränengas und Schüssen in die Luft aufzulösen. Auf Bildern des TV-Senders Al-Sharqiya war zu sehen, wie Demonstranten eine Straße sperrten und Reifen anzündeten.

Den Berichten von Augenzeugen zufolge stürmten Demonstranten in fünf Provinzen des Landes verschiedene öffentliche Gebäude und legten Feuer. In Bagdad erreichten die Protestler trotz einer anfänglichen Blockade durch Sicherheitskräfte den zentralen Tahrir-Platz, weitere versammelten sich später am Flughafen.

Ministerpräsident Mahdi, der sein Amt vergangenen Oktober angetreten hatte, rief zur Ruhe auf. Die Vereinten Nationen und die US-Botschaft in Bagdad zeigten sich angesichts der Gewalt besorgt und riefen zur Zurückhaltung auf. Jeder habe das Recht, frei zu sprechen, erklärte die UN-Gesandte im Irak, Jeanine Hennis-Plasschaert.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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