Politik

Sabotagevorwurf an die USA Iran droht mit Ausstieg aus Atomabkommen

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Der oberste Religionsführer des Irans Chamenei unterstrich die Drohung des Außenministers indirekt.

(Foto: dpa)

Die USA sabotieren nach iranischen Angaben das Atomabkommen von 2015 und schaden damit der hiesigen Wirtschaft. Das will die Regierung in Teheran nicht länger hinnehmen. Sie droht damit, die Vereinbarung aufzukündigen.

Der Iran hat der US-Regierung mit dem Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen gedroht, falls Washington dessen Umsetzung weiterhin blockieren sollte. "Wir sind auch auf diese Option vorbereitet", sagte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif. Falls die Amerikaner dem Iran den Eindruck geben sollten, dass das Abkommen nicht länger den nationalen Interessen diene, "könnte der Iran jederzeit zu dem Status von vor dem Abkommen zurückkehren".

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Der iranische Außenminister Sarif findet deutliche Worte.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das Atomabkommen wurde im Juli 2015 vom Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland ratifiziert. Es räumt Teheran das Recht auf friedliche Nutzung der Kernkraft ein, aber nicht den Bau von Kernwaffen. Zudem sah es den Abbau gegen Teheran verhängter Wirtschaftssanktionen vor, doch halten die USA diverse Sanktionen aufrecht.

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei unterstrich die Drohung indirekt. "Wenn unsere jungen Wissenschaftler in kurzer Zeit Uran von 3,5 auf 20 Prozent anreichern können, wären sie auch in der Lage, es auf 99 Prozent anzureichern", sagte er laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Über 90 Prozent angereichertes Uran kann auch für den Bau von Atombomben genutzt werden.

Bisher wurde das Atomabkommen nicht umgesetzt wie vom Iran erhofft. Schuld daran sind laut Teheran die USA, die besonders Wirtschaftsprojekte mit Europa sabotieren. Über lukrativen Verträge mit europäischen Unternehmen hoffte der Iran auf zahlreiche neue Arbeitsplätze im Land.

Doch europäische Großbanken verweigern oft aus Angst vor amerikanischen Strafen die Finanzierung der Projekte. Daher steckt der Iran auch nach dem Abkommen noch in der Wirtschaftskrise.

Quelle: n-tv.de, vni/dpa