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Konfrontation im Golf von Aden Iran schickt Kriegsschiffe in Richtung Jemen

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Der iranische Zerstörer "Albors" auf einem Archivbild bei einer Übung.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Anders als der Rivale Saudi-Arabien hat Iran bisher nicht offen im Jemen eingegriffen. Doch nun schickt Teheran zwei Kriegsschiffe in den Golf von Aden. Ziel der Mission sei aber nicht, die schiitischen Rebellen zu unterstützen, versichert das Regime.

Vor die heftig umkämpfte jemenitische Hafenstadt Aden hat Iran zwei Kriegsschiffe entsandt. Der Zerstörer "Albors" und das Versorgungsschiff "Bushehr" sollen iranische Schiffe im Golf von Aden und im Roten Meer vor Piraten schützen, wie Konteradmiral Habibolla Sajjari dem Sender Press TV sagte.

Auch wenn Iran darauf besteht, dass es keinen Zusammenhang mit den Kämpfen im Jemen gebe, verschärft der Marine-Einsatz die Konfrontation mit dem arabischen Militärbündnis unter Führung Saudi-Arabiens. Im Zuge des Jemen-Konflikts hat unter anderem Ägypten als Teil dieser Allianz seine Präsenz in den strategisch wichtigen Gewässern ebenfalls verstärkt.

Der Konflikt im Jemen ist auch ein Stellvertreter-Krieg zwischen den rivalisierenden Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran, die ebenso im syrischen Bürgerkrieg und im Irak um Einfluss ringen. Der Iran gilt als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen, die seit Tagen versuchen, die Metropole Aden am Ausgang des Roten Meeres zu erobern. Während Saudi-Arabien und seine Verbündeten mit Luftangriffen offen auf Seiten des abgesetzten Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi in den Konflikt eingreifen, hat Iran bisher alle Berichte über angebliche Waffenlieferungen und Unterstützung seiner Revolutionsgarde für die Huthi-Rebellen zurückgewiesen.

Einwohner Adens berichteten, Huthi-Kämpfer seien mit einem Panzer und zwei gepanzerten Fahrzeugen in das zentrale Stadtviertel Crater eingedrungen. Viele Häuser hätten nach Raketentreffern Feuer gefangen. Familien harrten in ihren Wohnungen aus, während um jeden Straßenzug gekämpft worden sei. In den nördlichen Stadtbezirken habe es drei heftige Detonationen gegeben, die wahrscheinlich auf Luftangriffe zurückzuführen seien.

Geländegewinne für Al-Kaida

Auch ein Luftwaffenstützpunkt rund 50 Kilometer nördlich der Hafenstadt sei bombardiert worden, berichteten Anwohner. Diesen hätten Soldaten des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh, die sich mit den Huthi verbündet haben, allerdings weiter unter Kontrolle. Am Vortag waren die Huthi-Kämpfer nach Angaben regierungstreuer Milizionäre aus dem Zentrum Adens in die nördlichen Stadtgebiete zurückgeworfen worden.

Trotz der Kämpfe gelang es der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nach eigenen Angaben, 2,5 Tonnen medizinisches Material im Hafen in Aden zu entladen.  

Saudi-Arabien indes enthält auch Unterstützung von den USA. Der stellvertretende Außenminister Antony Blinken sagte bei einem Besuch in Riad, die USA würden ihre Waffenlieferungen an das Königreich beschleunigen. Zudem hätten sie eine gemeinsame Koordinationsstelle im Operationszentrum der saudiarabischen Streitkräfte eingerichtet, die auch mit mehr Geheimdienstinformationen versorgt würden. US-Verteidigungsminister Ash Carter sagte bei einem Besuch in Japan, neben den Huthi-Milizen habe auch Al-Kaida im Jemen Geländegewinne erzielt und weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts/dpa

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