Politik

Folgen des Falls Skripal Island erklärt diplomatischen WM-Boykott

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Island war bei der EM 2016 in Frankreich das Überraschungsteam.

(Foto: picture alliance / dpa)

Island nimmt erstmals an einer Fußball-WM teil. Allerdings bleibt ein Wermutstropfen: Nach dem Anschlag auf den russischen Ex-Agenten Skripal in England setzt die isländische Politik ein Zeichen, hochrangige Landesvertreter werden die WM nicht besuchen.

Island hat wegen des Anschlags auf einen russischen Ex-Agenten in England einen diplomatischen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland erklärt. "Zu den von Island ergriffenen Maßnahmen zählt der vorläufige Aufschub des gesamten bilateralen Dialogs auf hoher Ebene mit russischen Behörden. Als Konsequenz werden isländische Spitzenvertreter diesen Sommer nicht der Fifa-WM in Russland beiwohnen", teilte das Außenministerium des dünn besiedelten Inselstaats mit.

Russland müsse eine glaubhafte Erklärung liefern, wie es dazu gekommen sei, dass ein ursprünglich in sowjetischen Laboren hergestelltes Nervengift gegen Zivilisten in Großbritannien eingesetzt worden sei. Island hat sich erstmals für eine WM-Endrunde qualifiziert. Das Turnier findet von Mitte Juni bis Mitte Juli statt.

Zuvor hatten die USA und andere Länder, darunter zahlreiche EU-Staaten wie Deutschland, Dutzende russische Diplomaten ausgewiesen. Die Regierung in Moskau, die nach eigener Darstellung nicht hinter dem Anschlag auf Ex-Spion Sergej Skripal und dessen Tochter steht, sprach von einer Provokation.

Für Verwirrung mit Aussagen zu einem WM-Boykott sorgte die australische Außenministerin Julie Bishop. "Es gibt eine Reihe von weiteren Maßnahmen, die getätigt werden können. Die WM ist eine davon", erklärte sie, nachdem Australien zwei russische Diplomaten ausgewiesen hatte. Wenig später stellte Bishop auf Twitter klar, dass sie damit nicht gemeint habe, dass Australien einen Boykott der WM in Erwägung ziehe. "Das ist falsch", schrieb sie. Australien spielt in der Gruppe C gegen Frankreich, Dänemark und Peru.

Quelle: n-tv.de, bad/chr/sid/rts

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