Politik

Nach sechs Jahren Eiszeit Israel und Türkei versöhnen sich

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Die "Mavi Marmara" in Istanbul. Auf dem Schiff wurden 2010 zehn türkische Aktivisten von der israelischen Marine erschossen.

(Foto: dpa)

Vor sechs Jahren entern israelische Soldaten ein Schiff, das Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen bringen sollte, und töten zehn türkische Aktivisten. Die einst engen Beziehungen der Staaten minimierten sich. Nun gibt es offenbar einen Neuanfang.

Israel und die Türkei haben sich nach Angaben eines israelischen Repräsentanten nach sechs Jahren Eiszeit auf ein Versöhnungsabkommen geeinigt. Die Einzelheiten der Vereinbarung sollen am Montag verkündet werden, sagte der Vertreter, der seinen Namen nicht nennen wollte.

Seit die israelische Marine im Mai 2010 eine Hilfsflotte für den Gazastreifen gestoppt und dabei zehn türkische Aktivisten getötet hatte, sind die einst intensiven Beziehungen zwischen beiden Ländern stark abgekühlt. Die Türkei und Israel zogen ihre Botschafter ab und beendeten ihre militärische Zusammenarbeit, nachdem israelische Soldaten die "Mavi Marmara", Hauptschiff des Gaza-Hilfskonvois, geentert und auf die sich wehrende Besatzung geschossen hatten.

Israel hatte den Marine-Einsatz mit dem Argument verteidigt, dass auf dem Seeweg Waffen an die Hamas gelangen könnten. Unter dem Druck der USA entschuldigte sich Netanjahu Ende März 2013 aber beim damaligen türkischen Regierungschef und heutigen Staatschef Recep Tayyip Erdogan für den tödlichen Angriff. Die Angehörigen der Getöteten sollen mit rund 20 Millionen Dollar entschädigt werden. Damit seien alle Klagen gegen Israel hinfällig.

Erdogan habe sich auch bereiterklärt, in einem gesonderten Dokument die Frage von zwei israelischen Soldaten festzuhalten, die im Gazastreifen vermisst werden. Er habe alle türkischen Sicherheitsbehörden angewiesen, sich für eine Lösung der Frage einzusetzen. Die Eltern der Soldaten hatten gefordert, die Rückführung der Leichen zu einem Teil des Versöhnungsabkommens mit der Türkei zu machen.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/AFP

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