Politik

Tödliche Schüsse an der Grenze Israelische Soldaten feuern auf Palästinenser

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Die Grenzanlage von palästinensischer Seite aus: Hinter dem Zaun und einem Erdwall ragt der Geschützturm eines Kampfpanzers hervor (Archivbild).

(Foto: picture alliance / Mohammed Tala)

Die Serie blutiger Zwischenfälle an der Grenze zum Gazastreifen setzt sich fort: Als sich mehrere Männer am Grenzzaun zu schaffen machen, eröffnen israelische Soldaten das Feuer. Drei Menschen sterben. Die Proteste im Grenzgebiet dauern an.

Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge drei Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen erschossen. Soldaten hätten das Feuer auf eine Gruppe eröffnet, die offenbar versuchte, von palästinensischer Seite aus die Sperranlagen an der Grenze zu Israel zu überwinden, wie ein Sprecher der israelischen Armee mitteilte. Die Verdächtigen hätten demnach versucht, über den Grenzzaun "in israelisches Gebiet einzudringen und die Sicherheitsinfrastruktur zu sabotieren." Bei einem von ihnen seien unter anderem eine Kamera, eine Axt und ein Drahtschneider gefunden worden.

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Guerilla-Taktik gegen eine hochgerüstete Armee: Mit Lenkdrachen und daran befestigten Molotow-Cocktails versuchen militante Palästinenser Brände in Israel zu legen.

(Foto: picture alliance / Dawoud Abo Al)

Die Armee geht davon aus, dass bei dem Vorfall insgesamt drei Menschen zu Tode kamen. Das Gesundheitsministerium in Gaza bestätigte den Tod eines 23-jährigen und eines 20-jährigen Palästinensers. Details zum dritten Todesopfer lagen zunächst nicht vor.

Damit stieg die Zahl der seit Ende März an der Grenze zum Gazastreifen von der israelischen Armee getöteten Palästinenser auf 53. Hunderte weitere Demonstranten wurden bei Protesten verletzt. Auslöser der Proteste sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels, die die Palästinenser als Katastrophe ansehen. Der Höhepunkt des "Marsches der Rückkehr" ist am 15. Mai geplant.

Die Lage im Grenzgebiet ist seit Wochen extrem angespannt: Stunden vor den tödlichen Schüssen am Grenzzaun etwa hatte die israelische Luftwaffe Hamas-Posten an der Gaza-Grenze aus der Luft angegriffen - als Reaktion auf Angriffe militanter Palästinenser mit Lenkdrachen auf israelisches Gebiet, wie die Armee mitteilte. In den vergangenen Wochen waren bei solchen Angriffen mit an Lenkdrachen befestigten Brandsätzen mehrfach Felder im Süden Israels in Brand gesetzt worden, es entstand hoher Sachschaden.

Die Palästinenserproteste sollen noch bis Mitte Mai andauern. Israel feiert am 14. Mai den 70. Jahrestag seiner Staatsgründung. Am gleichen Tag soll die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem umziehen. Hauptleidtragender der Spannungen ist die Bevölkerung im Gazastreifen, die ohne Hoffnung auf Frieden in einem Dauerzustand des Mangels und der Unsicherheit leben muss.

Schwere Explosion in Sawaida

Bei einer Explosion in einem Haus im Gazastreifen kamen erst am Samstag sechs Palästinenser ums Leben. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben von Sicherheitskräften im Haus eines Mitglieds der im Gazastreifen herrschen Hamas in der Ortschaft Sawaida. Das Haus sei schwer beschädigt worden, auch benachbarte Gebäude seien betroffen.

Unbestätigten Angaben zufolge hatte eine Gruppe militanter Palästinenser versucht, eine nicht detonierte israelische Rakete zu entschärfen. Das Geschoss stamme noch aus dem Gaza-Krieg von 2014. Dabei sei es zu einer schweren Explosion gekommen.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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