Politik

Starkoch droht mit Eton Mess Jamie Oliver verlangt Abnehm-Hilfe von Johnson

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Das Dessert Eton Mess sei "an dem privilegierten Ort erfunden" worden, wo der Premier zur Schule gegangen sei - der Elite-Schule Eton, erläutert Jamie Oliver.

(Foto: imago images/CSP_Thilien)

Die Briten sind zu dick und Premier Johnson tut zu wenig dagegen, findet Jamie Oliver. Um eine gerade verschobene Kennzeichnungspflicht durchzusetzen, kündigt der Starkoch eine Protestaktion vor Downing Street an. Ein traditionelles Erdbeer-Sahne-Dessert soll dabei zum Einsatz kommen.

Starkoch Jamie Oliver hat aus Protest gegen eine aufgeschobene Anti-Übergewichts-Strategie der britischen Regierung einen Protest mit der berühmten Süßspeise Eton Mess angedroht. Premierminister Boris Johnson habe 36 Stunden Zeit, seinen Fehler rückgängig zu machen und die Maßnahmen gegen Übergewicht in der Bevölkerung zeitnah einzuführen, sagte Oliver in einem vor der Downing Street aufgenommenen Video, das er auf Instagram veröffentlichte.

Andernfalls rief er die Briten auf, sich am Freitag mit Schüsseln voll Eton Mess - der von der britischen Oberschicht geliebten Kreation aus Erdbeeren und Sahne - an der Downing Street zu versammeln. Das Dessert sei "an dem privilegierten Ort erfunden" worden, wo der Premier zur Schule gegangen sei - der Elite-Schule Eton.

Die britische Regierung wollte ursprünglich Rabatt-Angebote sowie Fernsehwerbung für ungesunde Lebensmittel ab Oktober verbieten. Mit Blick auf steigende Lebensmittelpreise verschob sie dieses Vorhaben nun jedoch um ein Jahr. Übergewicht gilt als weit verbreitetes Problem in der britischen Gesellschaft und große Belastung des Gesundheitssystems. Jamie Oliver nannte den Aufschub eine "verpasste Chance" und warnte, dass insbesondere Kinder von den negativen Auswirkungen betroffen seien.

Restaurantketten müssen Kalorien angeben

Seit Anfang April müssen größere Restaurants und Ketten in England auf ihren Speisekarten angeben, welches Gericht wie viele Kalorien hat. Die Vorgabe gilt für Ketten, Restaurants und Cafés mit mindestens 250 Beschäftigten und bezieht sich auf alle nicht verpackten Speisen und Softdrinks. Die Regierung brachte die Maßnahme als Teil ihrer Strategie gegen Übergewicht auf den Weg.

Offiziellen Angaben zufolge sind fast zwei Drittel der Erwachsenen in England übergewichtig und jedes dritte Kind verlässt die Grundschule mit einem ungesunden Gewicht. "Übergewicht ist eines der größten Gesundheitsprobleme, die wir hier im Land haben", sagte ein Sprecher des britischen Gesundheitsministeriums. "Klare Angaben auf Lebensmitteln spielen eine wichtige Rolle dabei, Menschen zu helfen, gesündere Entscheidungen für sich und ihre Familien zu treffen." Kritiker befürchten jedoch, dass das neue Kalorienzählen im Restaurant auch unerwünschte Nebeneffekte haben könnte. So kritisierte etwa die Hilfsorganisation Beat davor, die Regierung habe sich nicht von Experten beraten lassen, welche Auswirkungen die Neuerung auf Betroffene von Essstörungen haben könnten.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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