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Nach Attacken auf Ölanlagen Johnson: Iran schuld an Angriffen auf Saudis

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Aus Sicht Großbritanniens könne dem Iran "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" die Verantwortung für die Angriffe zugeschrieben werden, sagte Johnson.

(Foto: REUTERS)

Nach den Luftangriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien macht auch der britische Premier Johnson den Iran dafür verantwortlich. Dem Staat seien die Attacken "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" zuzuschreiben. Johnson will Präsident Ruhani dennoch zu Gesprächen treffen.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Iran für die Luftangriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich gemacht. Aus Sicht Großbritanniens könne dem Iran "mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit" die Verantwortung für die Angriffe zugeschrieben werden, sagte Johnson laut der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA).

Johnson wird sich PA zufolge in den nächsten Tagen am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani treffen. Ruhani will in New York für einen "langfristigen Frieden" im Nahen Osten plädieren. Dieser sei über "eine regional-interne Zusammenarbeit zu verwirklichen", sagte Ruhani.

Bereits am Vortag hatte Ruhani verkündet, dass er bei der UN-Vollversammlung einen Plan für Sicherheit und Frieden im Persischen Golf vorlegen wolle. "Mit der Initiative 'Koalition der Hoffnung' wollen wir bei den UN einen Friedensplan für den Persischen Golf und die Straße von Hormus präsentieren", sagte Ruhani. Darin will der Iran mit einer Koalition der Golfstaaten und ohne ausländische Schutzmächte für die Sicherheit der Schifffahrt und den Öltransfer im Persischen Golf sorgen. Dafür sei er sogar bereit, die Differenzen mit den arabischen Golfstaaten auszuräumen.

Zuvor hatten auch die USA und Saudi-Arabien den Iran für die Attacken auf die Ölanlagen in Churais und Abkaik vor gut einer Woche verantwortlich gemacht. Zu den Luftangriffen bekannten sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Jemen. Der Iran unterstützt die Huthis in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition im Jemen. Eine Beteiligung an den Luftangriffen in Saudi-Arabien weist Teheran aber zurück.

Als Antwort auf die Luftangriffe kündigten die USA an, ihre Streitkräfte in der Region zu verstärken. Der defensiv ausgerichtete Einsatz solle auf Bitten Riads die saudi-arabische Luftabwehr verstärken, teilte das Verteidigungsministerium vor wenigen Tagen mit.

Quelle: n-tv.de, aeh/AFP/dpa