Politik

Augenzeugenbericht aus dem Bataclan Jugendlicher berichtet von Flucht

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(Foto: REUTERS)

Ein Jugendlicher, der in der Konzerthalle Bataclan war, schreibt für die Zeitung "Le Figaro" einen Augenzeugenbericht. Er schildert, wie Bewaffnete in den Saal eindringen und das Feuer eröffnen und wie es ihm gelingt, zu fliehen. Bei der Geiselnahme und der anschließenden Erstürmung des Saals sterben mindestens 100 Menschen.

"Es war das Chaos. Ich war auf der rechten Seite des Saals im Bataclan, ein Song der Eagles of Death Metal ging gerade zu Ende, als ich eine Explosion hörte, die sich wie ein Böller anhörte, ich sehe, wie der Sänger die Gitarre abnimmt, ich drehe mich um, ich sehe einen bewaffneten Typen, der mit einer automatischen Waffe in die Luft schießt. Alle werfen sich auf den Boden. Ab jetzt übernimmt der Instinkt, bei jedem Schuss versuchen wir, möglichst weit weg von den Schützen zu kriechen.

Ich versuche, gemeinsam mit anderen an der rechten Seite auf die Bühne zu klettern und zu einem Notausgang zu kommen. Es herrscht ein riesiges Durcheinander, die Leute haben Angst und versuchen, zu überleben, mit anderen Personen drängen und ziehen wir die Leute mit uns hinter die Bühne. Wir retten uns auf die rechte Seite, weil wir dachten, da könnte ein Ausgang sein, aber nein.

Ein Mitglied des Personals im Saal sagt uns, dass sich der Notausgang auf der anderen Seite der Bühne befindet. Wir hören immer noch Schüsse. Nach einigen Sekunden/Minuten, mehr nicht, sehen wir die Leute in Richtung des Notausgangs vorrücken. Unsere Gruppe auf der anderen Seite der Bühne entscheidet sich, diese hinter dem Vorhang zu überqueren. Von dort nehmen wir den Ausgang und sind dann draußen auf dem Hof.

Wir hören noch auf der Straße Schüsse, ich bin nicht mehr zurückgekehrt. Ich bin gerannt, wie alle, gerannt bis zur Bastille. Auf dem Weg kamen uns zahlreiche Polizisten in Autos und auf Motorrädern auf dem Weg zur Konzerthalle entgegen. Mir geht es gut, was man von anderen nicht sagen kann. Ich habe keine Angst gehabt, ich bin (noch) nicht geschockt. Ich schreibe, um nicht zu vergessen."

Quelle: ntv.de, vpe

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