Politik

Kroatien und Serbien im Zwist KZ-Ausstellung Jasenovac sorgt für Ärger

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Gedenkstätte für die getöteten Opfer im Konzentrationslager Jasenovac (Kroatien).

(Foto: picture alliance / dpa)

Im KZ Jasenovac ermorden kroatische Faschisten während des Zweiten Weltkriegs Zehntausende Serben. Die genaue Zahl der Opfer führt heute noch zu heftigen politischen Konflikten zwischen Kroatien und Serbien. Eine aktuelle Ausstellung sorgt erneut für Zündstoff.

Zwischen Serbien und Kroatien ist ein heftiger Streit um das ehemalige Konzentrationslager Jasenovac im faschistischen Staat Kroatien während des Zweiten Weltkriegs entbrannt. Das kroatische Außenministerium warf dem Nachbarn vor, mit einer Ausstellung über dieses KZ im Hauptquartier der Vereinten Nationen die Fakten zu manipulieren.

Serbiens Außenminister Ivica Dacic bezeichnete die diplomatische Note Zagrebs als "scheinheilig und unverschämt". "Es ist so, als ob die Deutschen den Juden einen Protestbrief schrieben, dass sie den Holocaust-Gedenktag begehen", zitierten die Medien in Belgrad Staatspräsident Aleksandar Vucic.

Das Vernichtungslager Jasenovac, rund 100 Kilometer südöstlich von Zagreb, wurde im Zweiten Weltkrieg von dem faschistischen Ustascha-Regime geleitet. Es gehörte zu den größten Lagern dieser Art in Europa. Juden, Serben sowie Roma wurden dort zum Teil bestialisch von Kroatischen Faschisten ermordet. Während serbische Quellen von bis zu 700.000 Toten sprechen, kommen kroatische Angaben auf etwa 40.000.

Noch heute ist in Kroatien das Bedürfnis zu erkennen, den eigentlichen Charakter von Jasenovac zu relativieren und die Beschaffenheit des Ustascha-Regimes mit dessen Todeslagern zu verharmlosen. Zuletzt hatte es Aufregung um eine Gedenktafel in der Nähe des KZ-Geländes gegeben, auf dem der faschistische kroatische Gruß "Fürs Vaterland bereit" zu lesen war.

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Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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