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Heftige Gefechte an der Grenze Kameruner locken Boko Haram in Hinterhalt

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Nigerianische Soldaten beim Schusstraining.

picture alliance / dpa

Die Boko-Haram-Terroristen feiern erst einen Sieg, dann erleiden sie heftige Verluste. Im Nordosten Nigerias erobern sie einen Hinterhalt - in Kamerun sind sie weniger erfolgreich. Dort tappen sie in eine Falle der Armee.

Die Streitkräfte Kameruns sollen im Norden des Landes 27 Kämpfer der nigerianischen Terrororganisation Boko Haram getötet haben. Das Militär habe die radikalen Islamisten nahe der Grenze entlang der Straße von Mora nach Waza in einen Hinterhalt gelockt, sagte ein in dem Gebiet eingesetzter Soldat. Er wollte nicht namentlich genannt werden, da er nicht befugt war, die Information herauszugeben. Die Streitkräfte bestätigten den Bericht über die Kämpfe vom Sonntag zunächst nicht.

Boko Haram terrorisiert seit Jahren vor allem den Norden des ölreichen westafrikanischen Landes Nigeria, wo bei Anschlägen bereits Tausende ums Leben gekommen sind. Inzwischen versucht die Gruppe aber auch zunehmend, den Norden Kameruns zu destabilisieren. Die Islamisten wollen in der Region einen Gottesstaat errichten. Kamerun hat daher in diesem Jahr bereits Tausende zusätzliche Soldaten an die nigerianische Grenze verlegt.

Im Nordosten Nigerias haben mutmaßliche Kämpfer der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram eine Militärbasis in der Stadt Baga erobert. Der schon mehrmals von Boko Haram überfallene Ort sei niedergebrannt worden, die Bewohner ins Nachbarland Tschad geflohen, berichtete die Zeitung "Premium Times" am Sonntag unter Berufung auf einen hochrangigen Sicherheitsbeamten. Es habe viele Todesopfer gegeben, hieß es.

Soldaten ergreifen die Flucht

Die Soldaten hätten nach einem mehrstündigen Feuergefecht die Flucht ergriffen. Sie gehörten zu einer multinationalen Truppe, die dort speziell zur Bekämpfung von Boko Haram stationiert gewesen sei. Neben Nigeria haben der Niger, Kamerun und der Tschad Soldaten in die Einheit entsandt. Baga war der letzte noch von der Zentralregierung kontrollierte Ort in der Region.

Es ist bereits die fünfte Boko Haram-Attacke in Baga in den vergangenen zwei Jahren. 2013 richtete die nigerianische Armee bei einem Einsatz gegen Boko Haram dort ein Massaker unter der Zivilbevölkerung an. Schätzungen zufolge starben mehr als 200 Einwohner.

Die Terrorgruppe Boko Haram mit Kontakten zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern führt im muslimisch geprägten Norden Nigerias seit 2009 einen Krieg für einen islamischen Staat. Boko Haram heißt so viel wie: "Westliche Bildung ist Sünde". Bei Angriffen und Anschlägen auf Schulen, Kirchen, Märkte, Polizeistationen und Lokale wurden Zehntausende Menschen getötet.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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