Politik

Spaniens Angst vor Abspaltung Katalonien stimmt über Unabhängigkeit ab

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Die Unabhängigkeitsbefürworter wollen mit dem Referendum die Abspaltung von Spanien erzwingen.

(Foto: dpa)

Wenn die Katalanen heute ihr Parlament wählen, steht nicht weniger als die Einheit Spaniens auf dem Spiel. Kommen die Separatisten auf eine Mehrheit, so scheint die Abspaltung nur eine Zeitfrage. Wie es dann in der Europäischen Union weitergeht, ist ungewiss.

Die Katalanen entscheiden bei der Wahl des Regionalparlamentes über die politische Zukunft ihrer Region. Wenn der Plan der Separatisten aufgeht, soll mit der Abstimmung zeitgleich das Startsignal für eine baldige Abspaltung von Spanien gegeben werden.

Mit einer großen Mehrheit im Rücken will das Unabhängigkeitsbündnis "Junts pel Si" (Gemeinsam für ein Ja) binnen 18 Monaten die Abtrennung vom Mutterland erreichen - ein Vorhaben, das Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy bekämpft und als verfassungswidrig bezeichnet.

Im Grundsatz von 1978 ist die Unteilbarkeit der Nation festgeschrieben. Regional-Präsident Artur Mas will jedoch den Abspaltungsprozess starten, wenn das Lager der Separatisten mindestens 68 der 125 Sitze im Parlament erreicht. Er riskiert damit auch die Euro-Mitgliedschaft Kataloniens.

Links-Nationale entscheidend

In jüngsten Umfragen kommen die Unabhängigkeitsbefürworter auf 63 bis 67 Mandate. Zur Mehrheitsbeschafferin könnte allerdings die links-nationalistische Partei Candidatura d'Unitat Popular (CUP) werden. Im Kreis der Südeuropäer würde ein unabhängiges Katalonien zum Musterknaben aufsteigen.

Die autonome Region erbringt mit ihren 7,5 Millionen Einwohnern ein Fünftel der spanischen Wirtschaftsleistung. Die Zentralregierung in Madrid hatte den Katalanen 2014 ein Referendum über die Abspaltung verwehrt.

Quelle: n-tv.de, jgu/rts

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