Politik

Rennen um Bürgermeisteramt Klitschko erklärt sich zum Sieger von Kiew

136723729.jpg

Vitali Klitschko ist seit 2014 Bürgermeister von Kiew.

(Foto: picture alliance/dpa)

Laut Vitali Klitschko ist die Bürgermeisterwahl in Kiew entschieden. Der ehemalige Profiboxer sieht sich für eine weitere Amtszeit bestätigt. Dabei steht das offizielle Ergebnis noch gar nicht fest. Laut den ukrainischen Behörden könnte es zu einer Stichwahl kommen.

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko ist nach eigenen Angaben bei der Kommunalwahl am Sonntag im Amt bestätigt worden. Er fühle sich geehrt, "mehr als 50 Prozent der Stimmen" erlangt zu haben, erklärte der ehemalige Box-Weltmeister im Schwergewicht auf Facebook. Das endgültige Ergebnis der Stimmauszählung wird jedoch erst in den kommenden Tagen erwartet, wie die lokale Wahlbehörde mitteilte.

Das Ergebnis bedeute "eine große Verantwortung für mich", erklärte Klitschko weiter. Der 49-Jährige ist seit 2014 Bürgermeister von Kiew. Hochrechnungen zufolge holte er gut 45 Prozent der Stimmen. Sollte er die absolute Mehrheit verpassen, muss er sich Mitte November einer Stichwahl stellen. Klitschko lag in den letzten Umfragen vor der Wahl deutlich vor seinen Rivalen. Nur rund 34 Prozent der rund 2,1 Millionen Wahlberechtigten hatten sich an der Abstimmung in der Hauptstadt beteiligt. Insgesamt hatten sich 20 Menschen um das Amt des Bürgermeisters in der Drei-Millionen-Stadt beworben.

Selenskyj-Partei erleidet Schlappe

Klitschko selbst konnte am Sonntag nicht an der Wahl teilnehmen, weil er sich nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne begeben hatte. Landesweit waren rund 28,6 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, mehr als 1400 Bürgermeister und Ortsvorsteher zu bestimmen. Zudem waren mehr als 40.000 Abgeordnete von regionalen und kommunalen Parlamenten neu zu wählen.

Nicht gewählt wurde in den seit 2014 von prorussischen Separatisten beherrschten Teilen der ostukrainischen Gebiete Luhansk und Donezk. Trotz Waffenruhe durften auch im Regierungsgebiet etwa eine halbe Million Ukrainer entlang der Frontlinie nicht über ihre örtlichen Vertreter abstimmen.

Den vorliegenden Prognosen nach konnten Kandidaten der Partei von Präsident Wolodymyr Selenskyj in keiner bedeutenden Großstadt gewinnen oder in die Stichwahl einziehen. Beobachter sahen dies als Niederlage für den seit Mai 2019 regierenden Selenskyj. Vor einem Jahr hatte die neue Partei Sluha Naroda (Diener des Volkes) bei der Parlamentswahl mehr als die Hälfte der Sitze erlangt und regiert ohne Koalitionspartner.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/dpa