Politik

Nach Wirbel um "Umvolkungs"-Tweet Kudla darf nicht wieder kandidieren

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Darf nicht wieder direkt für den Bundestag kandidieren: Bettina Kudla.

(Foto: dpa)

Bettina Kudla macht mit Tweets über eine "Umvolkung" bundesweit Schlagzeilen - das kostet die CDU-Abgeordnete nun die erneute Direktkandidatur für ihren bisherigen Sitz im Bundestag. In ihrem Wahlkreis Leipzig geht ein anderer Kandidat ins Rennen.

Die umstrittene sächsische Bundestagsabgeordnete Bettina Kudla ist bei der erneuten Nominierung für eine Direktkandidatur zur Bundestagswahl durchgefallen. Auf einem Kreisparteitag verlor die CDU-Politikerin eine Kampfabstimmung für den Wahlkreis Leipzig I. Nominiert wurde stattdessen der frühere Radsport-Weltmeister und Olympiasieger Jens Lehmann.

Kudla zog 2009 und 2013 als Direktkandidatin für Leipzig in das Parlament ein. Im September sorgte die Politikerin mit Twitter-Äußerungen für heftige Empörung auch in der eigenen Partei, weil sie den Nazi-Begriff "Umvolkung" in der Debatte über die Flüchtlingskrise benutzt hatte. Auch mit abwertenden Bemerkungen über den verfolgten türkischen Journalisten Can Dündar stieß sie auf heftige Kritik.

Ihr Kreisverband entzog Kudla nun das Vertrauen. Nach Angaben eines Parteisprechers lag sie im ersten Wahlgang hinter Lehmann und dem ebenfalls angetretenen Lehramtsstudenten Michael Weickert. Damit war ihr Schicksal schon vor dem zweiten Wahlgang besiegelt, in dem sich Lehmann mit 63 zu 52 Stimmen gegen Weickert durchsetzte und nun bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr antritt.

Entschuldigung half nicht viel

Die Leipziger CDU hatte sich im Vorfeld des Nominierungskongresses deutlich von Kudla distanziert. Ein Sprachgebrauch, der sich eindeutig an völkisches Vokabular anlehne, sei "absolut inakzeptabel", hatte CDU-Kreischef Robert Clemen erklärt. Auch die Spitze der Bundestagtagsfraktion ging auf Distanz zu der Politikerin. Berichten zufolge hat sich Kudla bei Dündar mittlerweile in einem Brief entschuldigt.

Die 54-jährige Wahl-Leipzigerin stammt gebürtig aus München, gleich nach der Wende zog es sie in den Osten Deutschlands. Seit 2005 ist Kudla in Leipzig, wo sie Bürgermeisterin und Beigeordnete für Finanzen wurde. Den Posten hatte sie bis zu ihrem Eintritt in den Bundestag 2009 inne. Anfang Oktober hatten Unbekannte einen Anschlag auf Kudlas Wahlkreisbüro in Leipzig verübt. Vier Fensterscheiben wurden eingeschlagen, außerdem die Fassade und mehrere davor geparkte Autos mit Teer beschmiert.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP