Politik

Schmidt legt Zeitplan vor Kükenschreddern soll bis 2017 beendet sein

Männliche Küken sind für die Agrarindustrie wertlos. Sie werden getötet und geschreddert - eine Praxis, die Tierschützer seit Jahren anprangern. Landwirtschaftsminister Schmidt will bis 2017 ein Verfahren zur Pflicht machen, das die Tötungen verhindert.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt will in spätestens zwei Jahren das massenhafte Töten männlicher Küken in Deutschland beenden. "Ab Ende 2016 sollen die ersten 'tötungsfreien' Bruteier auf den Markt kommen. Mein Ziel ist es, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört, aber dazu muss die Wirtschaft mithelfen", sagte der CSU-Politiker Schmidt der "Bild"-Zeitung. Das technische Verfahren stehe kurz vor dem Abschluss.

55639465.jpg

Jährlich werden über 40 Millionen Küken getötet, weil sie männlich sind.

(Foto: picture alliance / dpa)

Schmidt hatte im Februar angekündigt, bis Ostern einen Zeitplan zum Ende des so genannten Kükenschredderns vorzulegen. Bislang werden männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet, da sie wirtschaftlich keinen Nutzen bringen. Dies betrifft jährlich über 40 Millionen Küken. Tierschützer protestieren seit längerem dagegen.

Die neue Methode soll bereits am Ei erkennbar machen, ob sich daraus ein männliches oder weibliches Küken entwickelt. So soll verhindert werden, dass die männlichen Küken überhaupt schlüpfen. Schmidt sagte, sollten alle Prüfungen des technischen Verfahrens positiv verlaufen, "müssen dann schnellstmöglich in den Brütereien die entsprechenden Geräte angeschafft werden, damit es kein Schreddern mehr geben wird".

Wie Schmidt sagte, erwartet er keine erheblichen Preissteigerungen für die Verbraucher. "Die Methode, die wir fördern, ist die billigste. Der Preis für ein Ei wird um maximal ein bis zwei Cent steigen."

Quelle: ntv.de, jog/AFP