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Österreichs Kanzler in den USA Kurz: "Trump hat es auf Deutschland abgesehen"

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(Foto: picture alliance/dpa)

Als Angela Merkel im Weißen Haus zu Gast war, wollte US-Präsident Trump ihr nicht einmal die Hand fürs offizielle Foto reichen. Österreichs Regierungschef Sebastian Kurz darf sich über einen herzlicheren Empfang freuen. Thema Nummer eins: die Zollpolitik. Und da geht es natürlich auch um Deutschland.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat bei seinem USA-Besuch mit Präsident Donald Trump auch über das deutsch-amerikanische Verhältnis gesprochen. Präsident Trump sehe "Deutschland und Kanzlerin Merkel sehr kritisch", sagte Kurz der "Bild"-Zeitung. Trump habe "es auf Deutschland abgesehen". Das transatlantische Verhältnis sei "generell schon einmal besser" gewesen "und Deutschland ist, was Europa angeht, erster Ansprechpartner auf der Welt".

Durch die starken deutschen Exporte sei man "besonders im Fokus hier", so Kurz weiter. Er glaube, "dass Donald Trump versteht, dass ein Handelskrieg für beide Seiten schlecht ist", sagte der österreichische Regierungschef. "Deshalb sollten wir unsere Verhandlungen zwischen Europa und den USA zügig weiter führen, um einen Deal zu finden, der fairen und guten Freihandel garantiert." Er warb für einen "respektvollen Umgang" mit dem US-Präsidenten.

Kurz und Trump hatten sich am Mittwoch im Weißen Haus getroffen. Das Treffen mit Österreichs Bundeskanzler sei dem US-Präsidenten von seinen Beratern und dem US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, ans Herz gelegt worden, schreibt die "Bild"-Zeitung. Dabei hätten sie auch auf Kurz' harte Haltung in der Flüchtlingskrise verwiesen. Der Empfang fiel dann auch ungewohnt freundlich aus, Trump sprach von einer "großartigen Beziehung" zu Österreich. Im Gespräch ging es unter anderem um Strafzölle auf europäische Autos. Wenn es zu keinem "Deal" mit den Europäern komme, werde er die Zölle verhängen, sagte der US-Präsident demnach.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP

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