Politik

Enthüllungsvideo von 2017 Kurz beendet Zusammenarbeit mit Strache

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Die Aufnahmen entstanden im Juli 2017 auf Ibiza.

(Foto: dpa)

Ein heimlich gefilmtes Video bringt schließlich das Fass zum Überlaufen. Österreichs Kanzler Kurz will nicht länger mit seinem Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache zusammenarbeiten. Kurz will sich heute auf einer Pressekonferenz dazu äußern.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz schließt nach dpa-Informationen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus. Die österreichische Nachrichtenagentur APA meldet, Strache werde um 11 Uhr bei Kurz im Bundeskanzleramt erwartet. Österreichischen Medienberichten zufolge will Kurz, der auch ÖVP-Chef ist, Strache zum Rücktritt auffordern. Danach wollen sich beide an die Öffentlichkeit wenden.

Der "Kronen-Zeitung" zufolge gibt es noch keine offizielle Bestätigung - doch von verschiedener Seite aus beiden Lagern heiße es, dass Strache "nicht zu halten" sei. Der FPÖ-Chef steht wegen eines heimlich aufgenommenen Videos unter Druck. Er soll Berichten von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" zufolge vor der Parlamentswahl 2017 der angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen Staatsaufträge im Gegenzug für Wahlkampfhilfe versprochen haben. Das Video zeigt auch den heutigen FPÖ-Fraktionschef Johann Gudenus.

Der FPÖ-Spitzenkandidat für die EU-Wahl, Harald Vilimsky, sagte nach Angaben des österreichischen Fernsehsenders ORF bereits seine Teilnahme an einem Treffen europäischer Rechtspopulisten in Mailand ab. Die oppositionelle SPÖ sprach am Freitag vom "größten Skandal" in der jüngeren Geschichte des Landes. Die liberale Partei Neos bezeichnete Neuwahlen nun als "unvermeidlich".

Nachfolger oder Neuwahlen

Die Frage ist nun, ob Kurz das Bündnis mit einem Nachfolger Straches fortsetzen oder Neuwahlen will. Als möglicher Nachfolger gilt der ehemalige FPÖ-Bundespräsidentschafts-Kandidat Norbert Hofer. Er ist im Kabinett aktuell Verkehrsminister.

Seit Dezember 2017 regieren ÖVP und FPÖ gemeinsam. Das Bündnis legte großen Wert auf eine harmonische Zusammenarbeit. Allerdings gab es auch immer wieder Differenzen. Zuletzt hatte die ÖVP die Nähe der FPÖ zu den rechtsextremen Identitären kritisiert.

Quelle: n-tv.de, sba/AFP/dpa

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