Politik

Urlaubsverbot für Hotspot-Bürger Laschet warnt - Söder verteidigt

Mehr als 640.000 Menschen sind von den Lockdown-Maßnahmen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf betroffen. Allerdings stehen in NRW die Sommerferien an, weshalb Urlaubsverbote für Bürger aus Corona-Hotspots plötzlich auf der Tagesordnung stehen.

Vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Armin Laschet davor gewarnt, Urlauber aus dem Kreis Gütersloh zu benachteiligen. "Die Botschaft an alle, die jetzt auf Gütersloh schauen: Es sind außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie so gut wie keine Fälle bisher bekannt", sagte der CDU-Politiker der ARD mit Blick auf andere Bundesländer. "Ich warne nur davor, jetzt die Bewohner dieses Kreises zu stigmatisieren."

Am Dienstag hatte sich abgezeichnet, dass der Ausbruch in Nordrhein-Westfalen Auswirkungen auf die Urlaubsplanung vieler Menschen haben dürfte. Auf Usedom wurden am Montag 14 Menschen aus Corona-Hotspots aufgefordert, vorzeitig abzureisen. Auch in Bayern und Schleswig-Holstein gelten künftig Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots. Zumindest in Bayern ist eine Einreise mit einem negativen Testergebnis weiter möglich. "Wir tun alles, dass sie dieses Attest bekommen", unterstrich Laschet.

Nachdem mehr als 1500 Beschäftigte in einer Schlachtfabrik in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh positiv auf das Coronavirus getestet wurden, haben die Behörden den Alltag in der Region erheblich eingeschränkt. Betroffen sind mehr als 640.000 Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf.

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Söder verteidigt Urlaubsverbot

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht in den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten im Freistaat eine unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme. Es gehe um die Sicherheit für alle Beteiligten - für die Menschen in Bayern, die Urlauber von überall her und auch für die Menschen aus den betroffenen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, sagte der CSU-Politiker der ARD. "Wir möchten nicht, dass der Urlaub in Bayern für viele Leute unsicher wird."

Direkte Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Laschet übte Söder nicht. Auf die Frage, ob die strikten Beschränkungen für die beiden betroffenen Landkreise zu spät verhängt worden sei, sagte er: "Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Ich glaube, dass die Entscheidung jetzt aber richtig ist." Er müsse Laschet keinen Rat geben, dieser wisse genau, was er zu tun habe. Söder sagte lediglich, man habe sich schon ein "bisschen gewundert", warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an für eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten.

Söder warnte, das Coronavirus bleibe eine tödliche Herausforderung. "Das ist wie ein Funke, der zu einem Buschfeuer innerhalb von Sekunden werden kann - das hat sich leider bestätigt." Er betonte, Bayern bleibe deshalb auf vorsichtigem Kurs. Wenn Entscheidungen notwendig seien, werde man diese schnell und konsequent treffen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa