Politik

Provozierendes Video bei Twitter Le Pen senior feiert auf zweifelhafte Weise

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Nicht unbedingt für seine Feinfühligkeit bekannt: Jean-Marie Le Pen

(Foto: picture alliance / dpa)

Jean-Marie Le Pen bezeichnet die NS-Gaskammern als "Detail" der Geschichte und vertritt auch sonst stramm rechtsradikale Positionen. Zwar wurde der Gründer des FN von seiner eigenen Tochter aus der Partei ausgeschlossen - nach Feiern ist ihm aber dennoch zumute.

Der aus der Partei ausgeschlossene Gründer der rechtsextremen Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, hat deren Sieg bei den Regionalwahlen in Frankreich mit der Veröffentlichung eines provozierenden Videos begrüßt. "Gute Miene zum bösen Spiel", schrieb der 87-Jährige im Onlinedienst Twitter zu einem Film, der einen politischen Rivalen seiner Enkelin Marion Maréchal-Le Pen mit einer jüdischen Kippa auf dem Kopf zeigte. Wenig später wurde das Video allerdings wieder aus seinem Konto entfernt.

Die Aufnahme zeigte Christian Estrosi, konservativer Bürgermeister der südöstlichen Stadt Nizza und politischer Gegenspieler Maréchal-Le Pens in der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, beim Tanz mit mehreren Männern, die wie er selbst Kippas trugen. Weder zum Anlass noch zum Zeitpunkt der Aufnahme wurden Angaben gemacht.

Bei den Regionalwahlen drei Wochen nach den Anschlägen von Paris wurde die FN unter der Führung von Le Pens Tochter Marine am Sonntag im ersten Wahlgang stärkste Kraft. Sie erhielt Prognosen zufolge zwischen 27,2 und 30,3 Prozent der Stimmen. Das wäre das beste Ergebnis ihrer Geschichte bei einer landesweiten Wahl. Die zweite Runde folgt am kommenden Sonntag.

Jean-Marie Le Pen wurde bereits mehrfach wegen antisemitischer Äußerungen verurteilt. Aus der FN wurde der EU-Abgeordnete im August ausgeschlossen, als er erneut die NS-Gaskammern als "Detail" der Geschichte bezeichnete. Bei der Wahl am Sonntag holten Marine Le Pen und Marion Maréchal-Le Pen in ihren Regionen im Norden und im Südosten je mehr als 40 Prozent der Stimmen.

Quelle: n-tv.de, jve/AFP

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