Politik

Ersticktes Baby im Gazastreifen Mediziner zweifelt am Tränengas-Tod

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Der Vater trägt seine tote Tochter durch Gaza.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Bei den Protesten im Gazastreifen sterben beinahe 60 Menschen. Besonders der Tod eines acht Monate alten Mädchens löst Entsetzen aus: Die Familie des Kindes behauptet, israelisches Tränengas sei Schuld. Ein palästinensischer Mediziner widerspricht.

In den Palästinensergebieten gibt es Zweifel an der Darstellung, wonach ein wenige Monate altes Baby durch israelisches Tränengas gestorben sei. Ein Mediziner der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, der anonym bleiben wollte, erklärte, das tote Mädchen habe an einer Vorerkrankung gelitten und sei höchstwahrscheinlich nicht an Tränengas erstickt. Das berichtet das Nachrichtenportal "Bloomberg".

In den Palästinensergebieten waren am Montag mehr als 50 Demonstranten bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften getötet worden. Die Familie des acht Monate alten Kindes erklärte anschließend, das Mädchen sei gestorben, nachdem es östlich von Gaza Tränengas eingeatmet habe, das vom israelischen Militär eingesetzt worden sei. Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen hatte das Baby anschließend in die offizielle Liste der Todesopfer aufgenommen.

Laut den Vereinten Nationen sind bei den Zusammenstößen 58 Menschen getötet worden. Außerdem seien 1360 Menschen angeschossen worden, 155 befänden sich in Lebensgefahr, erklärten UN-Vertreter in Genf.

Diesen Angaben zufolge warfen Demonstranten Steine und Molotow-Cocktails auf israelische Sicherheitskräfte. Die Sicherheitskräfte sollen mit Tränengas, Gummigeschossen und verschiedenen Sorten scharfer Munition reagiert haben. Die israelische Regierung wirft der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas vor, bei den Protesten Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbraucht zu haben.

Quelle: ntv.de, chr/dpa